Energie-Glossar · B

BHKW

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Ein BHKW (Blockheizkraftwerk) erzeugt dezentral Strom und nutzbare Wärme in einem gekoppelten Prozess. Wie viel Brennstoff dadurch gegenüber einer getrennten Versorgung eingespart wird, hängt von Anlage, Wärmeabnahme und Vergleichssystem ab.

Belegt durch:umweltbundesamt.de 1gesetze-im-internet.de 2bundesnetzagentur.de 3

BHKW: Strom und Wärme gemeinsam nutzen

  1. Brennstoff
  2. BHKW
  3. Strom und nutzbare Wärme
Brennstoff wird in einer KWK-Anlage in Strom und nutzbare Wärme umgewandelt; ein Teil bleibt Verlust. Die tatsächlichen Anteile sind anlagenspezifisch.[1]

Die wichtigsten Informationen zu BHKW

  • Strom und Wärme gemeinsam erzeugen und vor Ort nutzen
  • Wirtschaftlichkeit hängt von Lastprofil, Brennstoffkosten, Stromerlösen und nutzbarer Wärme ab
  • KWKG-Zuschläge nur bei erfüllten Voraussetzungen; Abwicklung mit BAFA und Netzbetreiber klären
  • Aktuelle Gebäude-, Förder-, Steuer- und Anschlussanforderungen vor Investition prüfen

Wie funktioniert ein Blockheizkraftwerk?

Ein BHKW erzeugt Strom und nutzbare Wärme am Verbrauchsort. Häufig treibt ein Verbrennungsmotor einen Generator an; weitere KWK-Techniken sind möglich. Wärme aus Kühlung und Abgas kann über Wärmetauscher für Heizung, Warmwasser oder Prozesse genutzt werden. Der tatsächliche Gesamtnutzungsgrad hängt wesentlich davon ab, ob die entstehende Wärme gebraucht wird.

Eine pauschale Einsparung von 20 bis 30 Prozent lässt sich nicht für jedes Projekt ansetzen. Entscheidend sind der konkrete Brennstoff, die Anlage und die getrennte Strom- und Wärmeversorgung, mit der verglichen wird. Das Einsatzspektrum reicht von Objektversorgung über Quartiere bis zu Industrieanlagen.

Wann ist ein BHKW wirtschaftlich?

Viele nutzbare Betriebsstunden können die Wirtschaftlichkeit verbessern; eine feste Mindestzahl garantiert sie jedoch nicht. Für die Auslegung sind zeitgleicher Strom- und Wärmebedarf, Leistungsgröße, Wartung, Investition und Energiepreise zu berechnen. Grundlastbetrieb mit separater Spitzenlastdeckung ist ein mögliches Konzept, kein allgemeines Muss.

Zur Kalkulation gehören gegebenenfalls KWKG-Zuschläge, Stromverkauf, vermiedener Netzbezug und der Wert der nutzbaren Wärme. Dem stehen Brennstoff, Wartung, Kapital- und sonstige Betriebskosten gegenüber. Der Spark Spread beschreibt die Differenz zwischen Stromerlös und für dessen Erzeugung angesetzten Brennstoffkosten, nicht ein pauschales Verhältnis von Strom- plus Wärmeerlösen zu Brennstoffkosten. Für das Gesamtprojekt ist eine vollständige Wirtschaftlichkeitsrechnung erforderlich.

Eine Grundsatzentscheidung ist die Betriebsweise: Wärmegeführte BHKW folgen dem Wärmebedarf des Gebäudes und maximieren die Laufzeit, stromgeführte orientieren sich an Strompreisen oder Eigenbedarf und nutzen einen Pufferspeicher, um Wärmeerzeugung und -verbrauch zu entkoppeln. Mit zunehmend volatilen Börsenpreisen gewinnt die stromgeführte, flexible Fahrweise an Bedeutung – das BHKW läuft dann bevorzugt in Stunden hoher Strompreise und ergänzt sich gut mit PV-Erzeugung, deren Spitzen in andere Stunden fallen.

Welche Pflichten und Themen kommen auf Betreiber zu?

Der BHKW-Betrieb bringt einen relevanten administrativen Rahmen mit sich, der von Anfang an eingeplant werden sollte:

Im Mehrfamilienhaus kann ein BHKW Wärme bereitstellen und Strom an Bewohner liefern. Eine Kostenersparnis ist dadurch nicht automatisch gesichert. Erforderlich sind passende Mess- und Abrechnungskonzepte sowie Verträge und die Prüfung der Lieferantenpflichten.

Bei Neuprojekten müssen Brennstoffversorgung und langfristige Emissionen mitgeplant werden. Eine als wasserstofffähig beworbene Anlage garantiert weder verfügbaren Wasserstoff noch wirtschaftlichen Betrieb. Die frühere pauschale 65-Prozent-Vorgabe aus § 71 GEG ist im aktuellen Gebäudemodernisierungsgesetz entfallen. Welche übrigen Gebäude-, Emissions- und Förderanforderungen für das Vorhaben gelten, ist deshalb nach aktuellem Recht und Anlagenkonzept zu prüfen.

Quellen & Verweise

  1. Umweltbundesamt — Kraft-Wärme-Kopplung im Energiesystem. umweltbundesamt.de · Abruf
  2. Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz — § 71 Gebäudemodernisierungsgesetz. gesetze-im-internet.de · Abruf
  3. Bundesnetzagentur — KWKG-Umlage. bundesnetzagentur.de · Abruf

Häufige Fragen zu BHKW

Ab welcher Gebäudegröße lohnt sich ein BHKW?

Entscheidend ist das zeitliche Strom- und Wärmeprofil, nicht allein die Gebäudegröße. Erstellen Sie eine Vollkostenrechnung mit Investition, Wartung, Brennstoffpreisen, Stromerlösen und tatsächlich nutzbarer Wärme. Eine feste Zahl von Volllaststunden ist keine Wirtschaftlichkeitsgarantie.

Welche Gebäudevorgaben gelten für ein neues BHKW?

Die frühere pauschale 65-Prozent-Anforderung aus § 71 GEG ist im aktuellen Gebäudemodernisierungsgesetz entfallen. Daraus folgt keine pauschale Genehmigung jeder Anlage: übrige Gebäudevorgaben, Emissionsschutz, Anschlussbedingungen und Fördervoraussetzungen sind projektbezogen zu prüfen.

Welche Förderung bekomme ich für ein BHKW?

Zentral sind die Zuschläge nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) auf den erzeugten KWK-Strom; Voraussetzung ist die Zulassung der Anlage beim BAFA. Hinzu kommen die wirtschaftlichen Effekte aus Eigenverbrauch und Wärmenutzung. Die konkreten Zuschlagshöhen und Förderdauern hängen von Anlagengröße und Betriebsweise ab und sollten aktuell beim BAFA geprüft werden.

Kann ich BHKW-Strom an meine Mieter verkaufen?

Eine Stromlieferung an Bewohner ist grundsätzlich als Versorgungskonzept möglich. Dafür müssen Messung, Reststrombezug, Verträge und Lieferantenpflichten geklärt werden. Ob das Angebot für Bewohner günstiger ist, ergibt erst der Vergleich der konkreten Gesamtkosten.

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