Energie-Glossar · S

Spark Spread

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Der Spark Spread ist die Differenz zwischen dem Erlös, den ein Gaskraftwerksbetreiber für erzeugten Strom erzielt, und den Kosten für das zur Erzeugung benötigte Erdgas. Er dient als zentrale Kennzahl zur Einschätzung der Wirtschaftlichkeit von Gaskraftwerken.

Belegt durch:eex.com 1spglobal.com 2

Bruttomarge statt Gesamtgewinn

Strompreis minus Gaspreis / WirkungsgradSpark Spread
Zusätzlich CO2-Kosten abziehenClean Spark Spread
Weitere Kosten und ErlöseNoch zu prüfen
Schematische Einordnung; die im Text erläuterten Bedingungen und Abgrenzungen bleiben maßgeblich.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Spark Spread

  • Spark Spread = Stromerlös minus Gaskosten je erzeugter Einheit Strom
  • Clean Spark Spread berücksichtigt zusätzlich die Kosten der benötigten CO2-Zertifikate
  • Positiver Spread deckt zunächst nur die berücksichtigten Kosten; kein Nachweis der Gesamtprofitabilität
  • Beeinflusst maßgeblich, ob und wann Gaskraftwerke am Markt zur Stromerzeugung eingesetzt werden
  • Wichtige Kennzahl zum Verständnis der Preisbildung am Großhandelsmarkt für Strom

Was misst der Spark Spread?

Der Spark Spread misst die Differenz zwischen dem Erlös, den ein Betreiber eines Gaskraftwerks für den erzeugten Strom am Markt erzielt, und den Kosten für das zur Stromerzeugung benötigte Erdgas. Er ist damit eine der gebräuchlichsten Kennzahlen zur Einschätzung der Wirtschaftlichkeit erdgasbefeuerter Kraftwerke: Ein positiver Spark Spread bedeutet, dass der Stromerlös die rechnerischen Gaskosten übersteigt. Weitere Betriebs-, Start-, Kapital- und gegebenenfalls CO2-Kosten sind noch nicht vollständig gedeckt.

Wie unterscheidet sich der Clean Spark Spread vom einfachen Spark Spread?

Der Clean Spark Spread erweitert den einfachen Spark Spread um die Kosten der CO2-Emissionszertifikate, die ein Gaskraftwerksbetreiber für seine Treibhausgasemissionen im europäischen Emissionshandel (EU-ETS) erwerben muss. Die Berechnung lautet vereinfacht: Strompreis minus Gaskosten (angepasst um den elektrischen Wirkungsgrad des Kraftwerks) minus CO2-Kosten (Zertifikatspreis multipliziert mit dem Emissionsfaktor des Kraftwerks). Diese Erweiterung ist wichtig, weil steigende CO2-Preise die Wirtschaftlichkeit von Gaskraftwerken direkt schmälern und damit unmittelbaren Einfluss auf Investitions- und Einsatzentscheidungen der Kraftwerksbetreiber haben.

  • Strompreis: erzielter Großhandelspreis je Megawattstunde erzeugtem Strom
  • Gaskosten: Erdgaspreis, angepasst um den elektrischen Wirkungsgrad des Kraftwerks
  • CO2-Kosten: Zertifikatspreis multipliziert mit dem spezifischen Emissionsfaktor der Anlage

Warum ist der Spark Spread für das Verständnis der Strompreisbildung relevant?

Der Spark Spread bestimmt maßgeblich, ob und wann Gaskraftwerke am Strommarkt zur Erzeugung eingesetzt werden, weil Kraftwerksbetreiber ihre Anlagen neben Brennstoff- und CO2-Kosten auch Startkosten, Mindestlaufzeiten, technische Grenzen und weitere Erlöse berücksichtigen. Gaskraftwerke setzen häufig den Grenzpreis am Strommarkt, insbesondere in Stunden mit geringer Wind- und Solareinspeisung, wenn flexible, schnell regelbare Erzeugungskapazität benötigt wird. Ein Verständnis des Spark Spreads hilft daher, Preisspitzen und Preistäler am Strommarkt besser einzuordnen, da er anzeigt, unter welchen Bedingungen zusätzliche Gaskraftwerkskapazität wirtschaftlich zugeschaltet wird.

Was hat der Spark Spread mit der Energiebeschaffung von Unternehmen und Hausverwaltungen zu tun?

Für Unternehmen und Hausverwaltungen, die ihre Energiekosten langfristig einordnen oder eine strukturierte Beschaffungsstrategie über mehrere Tranchen verfolgen, liefert der Spark Spread ein hilfreiches Analyseinstrument, um Preistendenzen am Großhandelsmarkt zu verstehen: Steigt der Gaspreis oder der CO2-Zertifikatspreis stärker als der Strompreis, sinkt der Spread, was auf mittelfristig steigenden Druck bei den Erzeugungskosten und damit tendenziell steigende Strompreise hindeuten kann. Unternehmen mit eigener gasbasierter Stromerzeugung, etwa über ein Blockheizkraftwerk, können den Spark Spread zudem direkt nutzen, um zu entscheiden, ob der Eigenbetrieb der Anlage zu einem gegebenen Zeitpunkt wirtschaftlicher ist als der reine Strombezug aus dem Netz.

Neben dem Spark Spread für Gaskraftwerke existiert mit dem Dark Spread eine vergleichbare Kennzahl für Kohlekraftwerke, die die Differenz zwischen Stromerlös und den Kosten der eingesetzten Kohle abbildet. Beide Kennzahlen werden von Marktteilnehmern häufig gemeinsam betrachtet, um einzuschätzen, welche Erzeugungstechnologie unter den aktuellen Brennstoff- und CO2-Preisen wirtschaftlicher ist und damit voraussichtlich zuerst zum Einsatz kommt – ein Zusammenhang, der auch als „Merit Order“ bezeichnet wird. Verschiebt sich das Verhältnis zwischen Spark Spread und Dark Spread etwa durch stark steigende Gaspreise, kann dies dazu führen, dass Kohlekraftwerke trotz höherer CO2-Kosten vorübergehend wirtschaftlicher werden als Gaskraftwerke.

Quellen & Verweise

  1. European Energy Exchange — EEX Spark Spreads. eex.com · Abruf
  2. S&P Global Commodity Insights — European Power Methodology. spglobal.com · Abruf

Häufige Fragen zu Spark Spread

Was ist der Unterschied zwischen Spark Spread und Clean Spark Spread?

Der einfache Spark Spread berücksichtigt nur Strom- und Gaskosten, während der Clean Spark Spread zusätzlich die Kosten der benötigten CO2-Zertifikate einbezieht.

Was bedeutet ein negativer Spark Spread?

Bei den zugrunde gelegten Preisen und dem angenommenen Wirkungsgrad deckt der Stromerlös nicht einmal die rechnerischen Gaskosten. Wärmeerlöse, Absicherungen oder technische Bindungen können trotzdem den konkreten Einsatz beeinflussen.

Warum setzen Gaskraftwerke oft den Grenzpreis am Strommarkt?

Weil sie flexibel und schnell regelbar sind und daher häufig genau dann eingesetzt werden, wenn andere, günstigere Erzeugungsarten wie Wind- oder Solarstrom nicht ausreichen.

Wie beeinflusst der CO2-Preis den Spark Spread?

Ein steigender CO2-Zertifikatspreis erhöht die Erzeugungskosten von Gaskraftwerken und verringert dadurch den Clean Spark Spread, was die Wirtschaftlichkeit der Erzeugung schmälert.

Wie können Unternehmen den Spark Spread praktisch nutzen?

Als Sensitivitätskennzahl für Strom-, Gas- und CO2-Preise. Beim BHKW müssen zusätzlich Wärmeerlöse, vermiedene Bezugskosten, Wartung, Steuern und Betriebsgrenzen berücksichtigt werden. Der Spread allein ist keine Preisprognose und keine vollständige Wirtschaftlichkeitsrechnung.

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