Energie-Glossar · E

Eigenverbrauch

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Eigenverbrauch bezeichnet die Nutzung selbst erzeugten Stroms für den eigenen Bedarf vor Ort. Bei einer PV-Anlage kann ein Teil des erzeugten Stroms direkt genutzt werden; Überschüsse können je nach Anlagen- und Vertragskonzept eingespeist oder gespeichert werden.

Belegt durch:bundesnetzagentur.de 1

Solarstrom nutzen oder einspeisen

Eigenverbrauch

VerwendungErzeugten Strom selbst nutzen
OrtInnerhalb der Kundenanlage

Überschusseinspeisung

VerwendungNicht selbst benötigten Strom abgeben
OrtIn das öffentliche Netz
Beispiel einer Anlage mit Eigenverbrauch und Überschusseinspeisung. Auch andere Betriebskonzepte sind möglich.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Eigenverbrauch

  • Erzeugung und Verbrauch müssen zeitlich und messtechnisch zusammen betrachtet werden.
  • Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad haben unterschiedliche Bezugsgrößen.
  • Mehr Eigenverbrauch ist nicht automatisch die wirtschaftlich beste Auslegung.
  • Speicher, Steuerung und Messkonzept verursachen eigene Kosten und gegebenenfalls Verluste.

Wie fließt der Strom?

Die Bundesnetzagentur unterscheidet unter anderem Volleinspeisung, Nutzung innerhalb der Kundenanlage mit Überschusseinspeisung und Nulleinspeisung. Bei der Eigenversorgung wird erzeugter Strom für den eigenen Bedarf genutzt. Die Belieferung anderer Personen ist davon rechtlich zu unterscheiden.

Wie lässt sich der Nutzen berechnen?

Vergleichen Sie für die zusätzlich selbst genutzte Energiemenge die tatsächlich vermiedenen variablen Bezugskosten mit entgangenen Einspeiseerlösen und zusätzlichen Anlagenkosten. Unveränderte Grundpreise werden durch eine vermiedene Kilowattstunde nicht eingespart. Steuern und Abgaben sind anhand der konkreten Konstellation zu prüfen; pauschale Abgabenfreiheit ist keine belastbare Annahme.

Wie unterscheiden sich die Kennzahlen?

Die Eigenverbrauchsquote setzt selbst genutzte Erzeugung ins Verhältnis zur gesamten Erzeugung. Der Autarkiegrad bezieht den selbst gedeckten Verbrauch auf den gesamten Verbrauch. Für einen Vergleich müssen Bilanzgrenze, Zeitraum und Behandlung von Speicherverlusten identisch sein.

Welche Daten werden für die Planung benötigt?

Hilfreich sind zeitlich aufgelöste Erzeugungs- und Verbrauchsdaten sowie Angaben zu steuerbaren Verbrauchern. Lassen Sie Varianten mit und ohne Speicher, unterschiedliche Anlagengrößen und die jeweilige Einspeisung vergleichen. Ein hoher Prozentwert allein ist noch kein Nachweis einer guten Investition.

Quellen & Verweise

  1. Bundesnetzagentur — Solaranlagen und andere EE-Anlagen. bundesnetzagentur.de · Abruf

Häufige Fragen zu Eigenverbrauch

Ist Eigenverbrauch immer günstiger als Einspeisung?

Nein. Maßgeblich sind die konkreten vermiedenen Kosten, Erlöse, Investitionen und Betriebsbedingungen.

Bedeutet Eigenverbrauch, dass ich bei Stromausfall versorgt bin?

Nein. Dafür benötigt die Anlage eine entsprechend geplante und geeignete Ersatz- oder Inselbetriebsfunktion.

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