Energie-Glossar · N
Nationaler Emissionshandel (nEHS)
Der nationale Emissionshandel (nEHS) bepreist in Deutschland seit 2021 CO₂-Emissionen aus bestimmten Brennstoffen, insbesondere für Wärme und Verkehr. Nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz erwerben und entwerten die gesetzlich Verantwortlichen Zertifikate; Endkunden begegnen den Kosten typischerweise im Brennstoffpreis.
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CO₂-Bepreisung von Wärme & Verkehr · Zeitachse
- 2021Start nationaler CO₂-Preis: 25 €/t (Festpreis)
- 202445 €/t
- 202555 €/t
- 2026erstmals Versteigerung im Korridor 55–65 €/t
- ab 2028Geplanter vollständiger Start des ETS 2
Die wichtigsten Informationen zu Nationaler Emissionshandel (nEHS)
- Zertifikatspflichten treffen grundsätzlich die gesetzlich bestimmten Brennstoff-Inverkehrbringer.
- 2026 beträgt der Auktionskorridor 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂.
- Ein Gesetzentwurf sieht die Fortsetzung dieses Korridors 2027 vor.
- Der vollständige Start des europäischen ETS 2 ist für 2028 vorgesehen.
Wie wirkt die Bepreisung?
Das System setzt an Brennstoffen wie Erdgas, Heizöl, Benzin oder Diesel an. Es verpflichtet grundsätzlich die gesetzlich bestimmten Inverkehrbringer und nicht jeden einzelnen Haushalt zum Zertifikatekauf. Lieferanten berücksichtigen diese Kosten in ihrer Kalkulation. Die konkrete Belastung hängt vom Brennstoff, seinem Emissionsfaktor, dem Verbrauch und den Vertragsbedingungen ab. Die DEHSt im Umweltbundesamt ist die zuständige Vollzugsstelle.
Was gilt für die Preise?
Der Festpreis betrug 2021 25 Euro, 2024 45 Euro und 2025 55 Euro je Tonne CO₂. Für die Auktionen 2026 gilt ein Korridor von 55 bis 65 Euro. Dieser Korridor beschreibt nicht jeden Sonder- oder Nachkaufmechanismus und auch keine garantierte Obergrenze sämtlicher Endkundenkosten.
Der im September 2026 vorgelegte Gesetzentwurf sieht für 2027 ebenfalls 55 bis 65 Euro vor. Ein Entwurf ist noch kein geltendes Gesetz. Für längerfristige Kalkulationen sollten deshalb unterschiedliche Preisannahmen verwendet werden. Mit dem vorgesehenen vollständigen Start des ETS 2 im Jahr 2028 wird die europäische Mengensteuerung wesentlich; Übergang und verbleibende nationale Anwendungsfälle richten sich nach den jeweiligen Rechtsregeln.
Was gilt in Mietgebäuden?
Das CO2KostAufG enthält für Wohngebäude grundsätzlich ein Stufenmodell nach Emissionen je Quadratmeter und Jahr. Nichtwohngebäude, gesetzliche Ausnahmen und Selbstversorgung durch Mieter sind gesondert zu behandeln. Die 2026 geänderte Fassung enthält zudem besondere künftige Kostenregeln für bestimmte neu eingebaute Brennstoffheizungen. Daher lässt sich nicht jede Abrechnung allein mit einer allgemeinen Zehn-Stufen-Tabelle beurteilen.
Wie wird daraus eine Investitionsentscheidung?
Ein niedrigerer fossiler Verbrauch reduziert die damit verbundenen CO₂-Kosten. Ob sich eine konkrete Sanierung oder neue Heizung lohnt, hängt zusätzlich von Investition, Energiepreisen, Effizienz, Betrieb und Förderung ab. Ein Vollkostenvergleich mit mehreren CO₂-Preisszenarien ist aussagekräftiger als die Annahme eines garantierten jährlichen Preisanstiegs.
Quellen & Verweise
- Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz — BEHG § 10: Veräußerung. gesetze-im-internet.de · Abruf
- Umweltbundesamt — Der nationale Emissionshandel. umweltbundesamt.de · Abruf
- Deutscher Bundestag — BEHG-Änderung: CO2-Preis soll 2027 stabil bleiben. bundestag.de · Abruf
- Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz — CO2KostAufG in aktueller Fassung. gesetze-im-internet.de · Abruf
- Rat der Europäischen Union — ETS2 market stability reserve: provisional agreement. consilium.europa.eu · Abruf
Häufige Fragen zu Nationaler Emissionshandel (nEHS)
Muss ich als Haushalt Zertifikate kaufen?
Im normalen Brennstoffbezug nicht. Die Zertifikatspflicht liegt bei den gesetzlich Verantwortlichen; die Kosten können über den Lieferpreis weitergegeben werden.
Ist der Preis für 2027 schon sicher?
Die Fortführung des Korridors ist Gegenstand des Gesetzentwurfs vom September 2026. Für verbindliche Berechnungen ist das tatsächlich in Kraft getretene Recht maßgeblich.
Bedeutet ETS 2 automatisch stark steigende Preise?
Nein. Ein Marktpreis hängt von Angebot, Nachfrage und den gesetzlichen Stabilisierungsmechanismen ab. Weder ein bestimmter Anstieg noch ein unveränderter Preis ist garantiert.
