Energie-Glossar · H

Heizwert

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Der Heizwert (Hi) beschreibt die bei vollständiger Verbrennung freiwerdende Wärmemenge ohne die Kondensationswärme des entstehenden Wasserdampfs. Der Brennwert (Hs) schließt diese Wärme ein. Für die Gasabrechnung wird der orts- und zeitbezogene Abrechnungsbrennwert verwendet.

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Heizwert und Brennwert

Heizwert (Hi)

Enthältkeine Kondensationswärme
Einordnungunterer Heizwert

Brennwert (Hs)

EnthältKondensationswärme
NutzungBasis der Gasabrechnung
Hi schließt Kondensationswärme aus, Hs schließt sie ein. Für die Gasabrechnung wird der orts- und zeitbezogene Brennwert verwendet.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Heizwert

  • Hi schließt die Kondensationswärme aus, Hs schließt sie ein.
  • Die Differenz hängt von Brennstoff und Bezugsbedingungen ab.
  • Über 100 Prozent auf Heizwertbasis bedeutet keinen physikalischen Energiegewinn.
  • Abrechnungsenergie: Gasvolumen × Zustandszahl × Abrechnungsbrennwert.

Warum unterscheiden sich beide Größen?

Bei der Verbrennung entsteht unter anderem Wasserdampf. Wird dieser abgekühlt und kondensiert, wird zusätzliche Wärme frei. Der Heizwert lässt diesen Anteil unberücksichtigt, während der Brennwert ihn einschließt. Die Größe ist eine Brennstoffeigenschaft unter festgelegten Bedingungen und nicht gleichbedeutend mit der tatsächlich im Gebäude nutzbaren Wärme.

Wie kann ein Wirkungsgrad über 100 Prozent entstehen?

Bezieht man die gewonnene Nutzwärme auf den Heizwert, kann ein Brennwertgerät rechnerisch über 100 Prozent erreichen, weil es einen Teil der dort nicht mitgezählten Kondensationswärme nutzt. Auf Brennwertbasis entsteht kein Wirkungsgrad über 100 Prozent. Beim Vergleich müssen deshalb Bezugsgröße, Messbedingungen und die Unterscheidung zwischen Prüfstandswirkungsgrad und Jahresnutzungsgrad übereinstimmen.

Was bedeutet dies für die Gasrechnung?

Der Zähler erfasst ein Volumen. Zustandszahl und Abrechnungsbrennwert wandeln es in die abrechnungsrelevante Energiemenge um. Daraus folgt noch nicht, wie viel Nutzwärme der Kessel bereitgestellt hat. Anlagen- und Verteilverluste liegen zwischen eingekaufter Energie und nutzbarer Wärme.

Welche Einsparung ist realistisch?

Brennwerttechnik kann zusätzliche Wärme erschließen, wenn die Betriebsbedingungen die Kondensation ermöglichen. Entscheidend sind unter anderem Rücklauftemperaturen, Regelung, Dimensionierung und Betriebsweise. Aus dem Unterschied zwischen Heiz- und Brennwert lässt sich keine pauschale Einsparung beim Kesseltausch ableiten. Eine Investitionsentscheidung sollte den tatsächlichen Anlagenzustand und alternative Wärmeversorgung mit einbeziehen.

Quellen & Verweise

  1. Bundesnetzagentur — Brennwert Gas. bundesnetzagentur.de · Abruf

Häufige Fragen zu Heizwert

Zahle ich für den Heizwert oder Brennwert?

Die Gasabrechnung beruht auf dem Abrechnungsbrennwert. Die nutzbare Wärme Ihres Heizsystems kann wegen der Verluste geringer sein.

Spare ich mit Brennwerttechnik garantiert zehn Prozent?

Nein. Die Einsparung hängt von Altanlage, neuer Anlage und Betriebsbedingungen ab.

Warum sind manche Wirkungsgrade größer als 100 Prozent?

Sie beziehen sich auf den Heizwert, der die genutzte Kondensationswärme nicht enthält. Ein Vergleich auf gleicher Basis löst diesen scheinbaren Widerspruch auf.

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