Energie-Glossar · S

Strommarkt

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Der Strommarkt umfasst den Handel mit elektrischer Energie und die Belieferung von Kunden. Großhandel, Endkundentarife und Märkte für Systemdienstleistungen erfüllen unterschiedliche Aufgaben; Netzbetrieb und Netzzugang unterliegen besonderen regulatorischen Regeln.

Belegt durch:smard.de 1epexspot.com 2gesetze-im-internet.de 3

Unterschiedliche Aufgaben

Lieferung und Handel

VertragEnergie und Preis
MarktBeschaffung und Vermarktung

Netz und Messung

NetzbetreiberTransport und Netzbetrieb
MessstellenbetreiberMessung und Messstelle
Unterschiedliche Aufgaben. Schematische Gegenüberstellung; konkrete Bedingungen sind gesondert zu prüfen.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Strommarkt

  • Börsenhandel und außerbörsliche Verträge bestehen nebeneinander.
  • Spot- und Terminprodukte behandeln unterschiedliche Lieferzeiträume.
  • Liefervertrag, Netzbetrieb und Messstellenbetrieb sind verschiedene Rollen.
  • Ein Marktpreis ist noch kein vollständiger Kundenpreis.

Wie greifen die Märkte ineinander?

Erzeuger, Händler und Lieferanten vereinbaren Mengen und Preise für definierte Lieferperioden. Terminprodukte ermöglichen eine frühzeitige Absicherung; kurzfristige Märkte helfen bei der Anpassung an neue Prognosen. Systemdienstleistungen unterstützen zusätzlich den sicheren Betrieb. Ein einzelner Handelsplatz bildet deshalb nicht den gesamten Strommarkt ab.

Welche Rolle spielen die Netze?

Die physikalische Versorgung benötigt Leitungen und eine abgestimmte Betriebsführung. Netzbetreiber und Lieferanten haben unterschiedliche Aufgaben; auch der Messstellenbetreiber ist gesondert zu betrachten. Ein Lieferantenwechsel verändert nicht automatisch die vorhandene Leitung oder den zuständigen Messstellenbetreiber.

Was änderte sich beim Day-Ahead-Handel?

In den gekoppelten Märkten gelten seit dem Liefertag 1. Oktober 2025 Viertelstundenprodukte. Ein gewöhnlicher Tag umfasst 96 Intervalle, Zeitumstellungstage entsprechend abweichende Zahlen. Diese Handelsauflösung darf nicht mit Kündigungsfristen oder sämtlichen Endkundentarifen gleichgesetzt werden.

Wie bewerten Unternehmen Beschaffungsangebote?

Vergleichen Sie Preisbindung, Lieferprofil, offene Mengen und Abrechnungsindex. Speichermöglichkeiten und flexible Prozesse können die zeitliche Nutzung beeinflussen, garantieren aber keine Ersparnis. Ein einfacher Börsenmittelwert passt nicht automatisch zum individuellen Lastgang.

Was gilt für das Marktdesign?

Kapazitätsmechanismen sind nicht mehr nur eine unverbindliche Zukunftsdebatte: § 1 StromVKG nennt die Einführung eines Kapazitätsmarkts für 2031 als Gesetzesziel. Konkrete Regeln und Zeitpunkte müssen jeweils gesondert betrachtet werden. Heutige Beschaffungsverträge sollten nicht mit einem bereits vollständig operativen neuen Markt gleichgesetzt werden.

Quellen & Verweise

  1. Bundesnetzagentur — So funktioniert der Strommarkt. smard.de · Abruf
  2. EPEX SPOT — EPEX SPOT Jahresergebnisse 2025. epexspot.com · Abruf
  3. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz — StromVKG § 1. gesetze-im-internet.de · Abruf

Häufige Fragen zu Strommarkt

Kann ich wegen eines schnellen technischen Wechsels jeden Vertrag sofort beenden?

Nein. Vertragliche Bindung und technische Zuordnung sind getrennte Fragen.

Ist für Zählerfragen immer der Lieferant zuständig?

Nein. Je nach Anliegen sind Lieferant, Netzbetreiber und Messstellenbetreiber unterschiedliche Ansprechpartner.

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe mit S

SAIDISAIDI beschreibt eine durchschnittliche Versorgungsunterbrechungsdauer je angeschlossenem Letztverbraucher. Die deutsche Veröffentlichung unterscheidet Kennzahlen und Berechnungszwecke; der bundesweite Wert ist keine zugesicherte Ausfallzeit eines einzelnen Standorts.SAIFISAIFI beschreibt die mittlere Zahl der Versorgungsunterbrechungen je Letztverbraucher in einem Jahr. VDE FNN weist einschließlich höherer Gewalt 0,28 Unterbrechungen für 2024 und 0,34 für 2023 aus.SBTi (Science Based Targets Initiative)Die Science Based Targets initiative (SBTi) entwickelt Standards für wissenschaftsbasierte Klimaziele von Unternehmen. Ihre Tochtergesellschaft SBTi Services prüft eingereichte Ziele. Eine Zielvalidierung bestätigt die Übereinstimmung mit den maßgeblichen Kriterien, nicht die bereits erreichte Emissionsminderung.SCADASCADA steht für Supervisory Control and Data Acquisition. Solche Systeme erfassen Betriebsdaten, stellen Anlagenzustände dar und ermöglichen übergeordnete Steuerung technischer Prozesse, beispielsweise in Energieanlagen und Netzen.SDAC (Single Day-Ahead Coupling)SDAC koppelt die europäischen Day-Ahead-Märkte grenzüberschreitend. Nach dem Gebotsschluss mittags in Marktzeit berechnet PCR EUPHEMIA Clearingpreise, Handelsmengen und grenzüberschreitende Austausche.SLPEin Standardlastprofil (SLP) bildet den zeitlichen Strombedarf einer Verbrauchsgruppe rechnerisch ab. Es dient unter den geltenden Voraussetzungen der Bilanzierung, wenn keine entsprechenden Last- oder Zählerstandsgänge übermittelt werden. Das Profil ersetzt nicht die Erfassung der verbrauchten Energiemenge.
Erstgespräch