Energie-Glossar · R

Regelenergie

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Regelenergie ist die beim Abruf von Regelreserve bereitgestellte oder aufgenommene elektrische Energie. Die zugehörige Regelleistung stabilisiert das Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch; Leistung wird in MW, Energie in MWh angegeben.

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Volle Aktivierung der Reserven

≤ 30 SekundenFCR
≤ 5 MinutenaFRR
≤ 12,5 MinutenmFRR
Produktanforderungen nach ÜNB-Präqualifikation; keine zugesagte Dauer bis zur vollständigen Störungsbehebung.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Regelenergie

  • FCR, aFRR und mFRR sind unterschiedliche Reserveprodukte.
  • Volle Aktivierung: FCR bis 30 Sekunden, aFRR bis 5 Minuten und mFRR bis 12,5 Minuten.
  • Positive Reserve erhöht die Einspeisung oder senkt den Verbrauch; negative Reserve wirkt umgekehrt.
  • Bei aFRR und mFRR sind Leistungsvorhaltung und aktivierte Arbeit getrennte Marktprodukte.
  • Anbieter müssen technische und organisatorische Präqualifikationsanforderungen erfüllen.

Warum braucht das Netz Reserven?

Prognoseabweichungen, Laständerungen oder Anlagenausfälle stören das Gleichgewicht von Einspeisung und Entnahme. Regelreserve ermöglicht einen kurzfristigen Ausgleich. Erzeuger, Speicher und steuerbare Verbraucher können je nach technischer Eignung beitragen. Dabei ist die verfügbare Leistung vom tatsächlich abgerufenen Energievolumen zu unterscheiden.

Wie unterscheiden sich die drei Produkte?

FCR reagiert dezentral auf Frequenzabweichungen. aFRR wird automatisch zur Wiederherstellung des Regelzonengleichgewichts aktiviert; mFRR ergänzt die Wiederherstellungsreserve auf Abruf. Die Präqualifikationsvorgaben nennen für die vollständige Aktivierung höchstens 30 Sekunden, 5 Minuten und 12,5 Minuten. Das sind Anforderungen an die Bereitstellung, keine Garantie, dass jede Störung nach dieser Zeit vollständig behoben ist.

Wie erfolgt die Beschaffung?

FCR wird als symmetrische Leistung beschafft: Der Anbieter muss in beide Richtungen reagieren können. Bei aFRR und mFRR gibt es getrennte positive und negative Angebote. Die Leistungsvorhaltung wird in Vierstundenprodukten ausgeschrieben, während Regelarbeitsgebote viertelstündliche Produkte betreffen. Bezuschlagte Leistungsanbieter müssen passende Arbeitsgebote stellen; unter den Regeln können auch weitere präqualifizierte Anbieter am Arbeitsmarkt teilnehmen.

Vorhaltung und Aktivierung werden unterschiedlich vergütet: Bei FCR gilt im Leistungsmarkt das Einheitspreisverfahren. FRR-Leistung wird nach dem bezuschlagten Gebotspreis vergütet, aktivierte FRR-Arbeit nach den Grenzpreisen der jeweiligen Plattform. Internationale Plattformen koordinieren Abrufe unter den verfügbaren Übertragungskapazitäten; nicht jedes europäische Gebot ist in jeder Situation uneingeschränkt nutzbar.

Was bedeutet das für Betreiber und Kunden?

Für einen Anlagenbetreiber zählen neben Erlösen die gesicherte Verfügbarkeit, Mess- und Steuertechnik, Energiebedarf und betriebliche Einschränkungen. Ein Speicher kann seine Kapazität nicht gleichzeitig unbegrenzt für Eigenverbrauch und Reserve zusagen. Bilanzkreisabrechnung und Regelreservevermarktung sind außerdem unterschiedliche Rollen: Ein normaler Stromkunde erhält nicht automatisch eine Regelenergievergütung, nur weil sein Verbrauch flexibel ist.

Quellen & Verweise

  1. Deutsche Übertragungsnetzbetreiber — ÜNB: Präqualifikation von Regelreserve. regelleistung.net · Abruf
  2. Deutsche Übertragungsnetzbetreiber — ÜNB: Ausschreibungs- und Gebotsverfahren. regelleistung.net · Abruf

Häufige Fragen zu Regelenergie

Was ist der Unterschied zwischen MW und MWh?

MW beschreibt die abrufbare Leistung. MWh beschreibt die über eine Zeit tatsächlich gelieferte oder aufgenommene Energie.

Gilt für Minutenreserve weiterhin eine Aktivierungszeit von 15 Minuten?

Die hier maßgebliche Präqualifikationsübersicht nennt für mFRR eine vollständige Aktivierung innerhalb von 12,5 Minuten.

Kann ein Batteriespeicher teilnehmen?

Bei erfüllter Präqualifikation und den erforderlichen vertraglichen und technischen Voraussetzungen ja, gegebenenfalls in einem Pool.

Ist Ausgleichsenergie dasselbe?

Nein. Ausgleichsenergie ist die Abrechnung von Bilanzkreisabweichungen. Regelarbeit ist die aktivierte Energie zur Systemstabilisierung; beide Systeme hängen zusammen, sind aber nicht identisch.

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