Energie-Glossar · S

SCADA

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

SCADA steht für Supervisory Control and Data Acquisition. Solche Systeme erfassen Betriebsdaten, stellen Anlagenzustände dar und ermöglichen übergeordnete Steuerung technischer Prozesse, beispielsweise in Energieanlagen und Netzen.

Belegt durch:csrc.nist.gov 1gesetze-im-internet.de 2

Überwachung und Schutz

SCADA

AufgabeDaten und Betriebsführung
EbeneÜbergeordnete Koordination

Lokale Systeme

AufgabeSteuerung und Schutz
PrüfungEigenständige Anforderungen
Überwachung und Schutz. Schematische Gegenüberstellung; konkrete Bedingungen sind gesondert zu prüfen.[1]

Die wichtigsten Informationen zu SCADA

  • SCADA verbindet Datenerfassung, Bedienoberfläche und Steuerkommunikation.
  • Es gehört zur betrieblichen Technik und kann physische Prozesse beeinflussen.
  • Verfügbarkeit und sichere Betriebszustände sind zentrale Anforderungen.
  • Gesetzliche Pflichten hängen von Betreiber und Anlage ab, nicht allein vom Namen SCADA.

Welche Aufgaben übernimmt ein SCADA-System?

Mess- und Statuswerte werden zusammengeführt und für die Betriebsführung angezeigt. Bediener oder automatisierte Funktionen können Befehle an angeschlossene Anlagen übermitteln. Lokale Steuerungen und Schutzsysteme behalten dabei ihre eigenen Aufgaben. Eine zentrale Anzeige ersetzt nicht sämtliche Sicherheitseinrichtungen vor Ort.

Warum braucht Betriebstechnik besondere Absicherung?

Fehlerhafte Daten oder unberechtigte Befehle können Auswirkungen auf Anlagen und Versorgung haben. NIST behandelt deshalb bei Betriebstechnik ausdrücklich Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit physischer Prozesse. Änderungen und Wartung müssen mit den betrieblichen Anforderungen vereinbar sein; gewöhnliche Büro-IT-Verfahren lassen sich nicht ungeprüft übertragen.

Welche rechtlichen Regeln sind zu beachten?

Die aktuellen EnWG-Regeln zur IT-Sicherheit stehen insbesondere in §§ 5c bis 5e. Sie unterscheiden Netzbetreiber sowie bestimmte Anlagenbetreiber und digitale Energiedienste. Die Einordnung nach BSI-Gesetz und weiteren Vorschriften ist zusätzlich relevant. Die frühere pauschale Schwelle von 3.700 GWh für jede Stromanlage und der alleinige Verweis auf § 11 Absatz 1a beschreiben den heutigen Rechtsrahmen nicht zutreffend.

Was sollten Betreiber organisatorisch klären?

Erfassen Sie angebundene Komponenten, Fernzugänge, Verantwortlichkeiten und Abhängigkeiten. Klären Sie Zugriffsschutz, Wiederherstellung, Wartung und den Umgang mit Sicherheitsvorfällen. Welche Nachweise, Meldungen und Leitungsaufgaben verbindlich sind, ergibt sich aus der konkreten gesetzlichen Einordnung und dem anwendbaren Sicherheitskatalog.

Quellen & Verweise

  1. NIST — Guide to Operational Technology Security – SP800-82Revision3. csrc.nist.gov · Abruf
  2. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz — EnWG §§ 5c–5e – IT-Sicherheit. gesetze-im-internet.de · Abruf

Häufige Fragen zu SCADA

Ist jedes SCADA automatisch KRITIS?

Nein. Die rechtliche Einordnung folgt den einschlägigen Betreiber- und Anlagenkriterien.

Ist SCADA dasselbe wie ein Smart-Meter-Gateway?

Nein. SCADA beschreibt übergeordnete Überwachungs- und Steuerfunktionen; ein Gateway erfüllt eine bestimmte Kommunikationsrolle im Messsystem.

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