Energie-Glossar · B

Biomethan

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Biomethan ist aufbereitetes biogenes Gas, das die für seine Verwendung erforderliche Gasqualität erreicht. Aus Rohbiogas werden dazu unter anderem Kohlendioxid, Feuchte und unerwünschte Begleitstoffe entfernt. Für die Einspeisung ins Gasnetz sind die jeweiligen Qualitäts- und Anschlussanforderungen einzuhalten.

Belegt durch:umweltbundesamt.de 1dena.de 2

Biogas vs. Biomethan

Biogas

Methangehaltsubstratabhängig
Nutzungmeist vor Ort verstromt

Biomethan

Methangehaltauf Gasqualität aufbereitet
NutzungEinspeisung Erdgasnetz
Biogas ist Rohgas aus Vergärung; Biomethan wird für die jeweilige Nutzung aufbereitet und muss die Gasqualitätsanforderungen erfüllen.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Biomethan

  • Aufbereitung macht Rohbiogas für weitere Anwendungen nutzbar
  • Im Gasnetz vermischt sich Biomethan mit anderen Gasen
  • Massenbilanz und Book-and-Claim sind unterschiedliche Nachweiswege
  • Klimabilanz und rechtliche Anerkennung hängen von Substrat, Prozess und Nachweisen ab

Was unterscheidet Biomethan von Rohbiogas?

Biogas entsteht durch Vergärung organischen Materials und enthält neben Methan insbesondere Kohlendioxid. Die Aufbereitung erhöht den Methananteil und entfernt störende Bestandteile. Eine einzelne Prozentzahl allein beweist aber noch nicht, dass das Gas für ein bestimmtes Netz geeignet ist.

Biomethan kann im Strom-, Wärme-, Verkehrs- und Industriesektor eingesetzt werden. Welche Verwendung sinnvoll ist, hängt von verfügbarer Menge, Qualität, Infrastruktur und Alternativen ab. Ein Liefervertrag ersetzt keine technische Prüfung der konkreten Anlage.

Wie wird die Herkunft nachgewiesen?

Nach der Einspeisung lassen sich die einzelnen Moleküle am Verbrauchsort nicht dem Erzeuger zuordnen. Nachweissysteme dokumentieren deshalb Mengen und Eigenschaften. Bei der Massenbilanz bleibt eine dokumentierte Verbindung entlang der Lieferkette bestehen; bei Book-and-Claim wird die Eigenschaft als gesondertes Zertifikat übertragen.

Diese Wege sind nicht beliebig austauschbar. Ein Herkunftszertifikat allein erfüllt nicht automatisch die Anforderungen einer Förderregel, Emissionsbilanz oder gesetzlichen Erfüllungsoption. Der beabsichtigte Verwendungszweck sollte deshalb vor Abschluss mit dem vorgesehenen Nachweis abgeglichen werden.

Was gehört in den Liefervertrag?

Zu klären sind Biomethananteil, Lieferzeitraum, Herkunfts- und Nachhaltigkeitskriterien, Register, Entwertung und Zeitpunkt der Nachweisbereitstellung. Ebenso wichtig ist, was geschieht, wenn ein vereinbarter Nachweis fehlt oder nicht anerkannt wird.

Eine pauschale Aussage, Reststoff-Biomethan sei immer am teuersten oder jede Biomethannutzung automatisch klimaneutral, ist nicht belastbar. Produktion, Methanverluste und Nutzungskonkurrenzen beeinflussen die Umweltbilanz. Vergleichen Sie konkrete Angebote und geeignete Alternativen statt mit einem festen Preisaufschlag zu rechnen.

Quellen & Verweise

  1. Umweltbundesamt — Bioenergie. umweltbundesamt.de · Abruf
  2. Deutsche Energie-Agentur — Anforderungen an die massenbilanzielle Lieferung von Biomethan. dena.de · Abruf

Häufige Fragen zu Biomethan

Bekomme ich andere Moleküle geliefert?

Bei Versorgung aus dem gemeinsamen Gasnetz lässt sich das nicht sicherstellen. Entscheidend ist der korrekt dokumentierte Mengen- und Eigenschaftsnachweis.

Genügt jedes grüne Gaszertifikat für gesetzliche Anforderungen?

Nein. Anerkannter Nachweisweg, Nachhaltigkeitsanforderungen und Anwendungsfall müssen zusammenpassen. Book-and-Claim und Massenbilanz sind nicht gleichbedeutend.

Ist Biomethan automatisch klimaneutral?

Nein. Die Klimabilanz hängt unter anderem von Substraten, Aufbereitung, Energieeinsatz und Methanverlusten ab.

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