Energie-Glossar · W

Wasserkraft

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Wasserkraft nutzt die Bewegungs- oder Lageenergie von Wasser zur Energieumwandlung. Bei der Stromerzeugung treiben Turbinen einen Generator an. Laufwasser-, Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke unterscheiden sich in Wasserführung und Betriebsweise.

Belegt durch:umweltbundesamt.de 1

Zufluss oder gespeichertes Wasser

Laufwasser

WasserAktueller Flussabfluss
GrenzeVerfügbare Wasserführung

Pumpspeicher

LadenWasser mit Strom hochpumpen
EntladenWasser treibt Turbine
Zufluss oder gespeichertes Wasser. Schematische Gegenüberstellung; konkrete Bedingungen sind gesondert zu prüfen.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Wasserkraft

  • Laufwasseranlagen hängen vom verfügbaren Abfluss ab.
  • Speicheranlagen können Wasser zeitlich zurückhalten.
  • Pumpspeicher benötigen zum Hochpumpen elektrische Energie.
  • Erneuerbar bedeutet nicht frei von Gewässerwirkungen.

Welche Anlagenarten gibt es?

Laufwasserkraft nutzt das jeweils verfügbare Wasser eines Flusses. Speicherwasserkraft hält Wasser für eine spätere Nutzung zurück. Beim Pumpspeicher wird Wasser unter Stromeinsatz nach oben gefördert und später zur Stromerzeugung abgelassen. Durch Verluste kommt weniger elektrische Energie zurück, als zuvor zum Speichern eingesetzt wurde.

Ist Wasserkraft wetterunabhängig?

Nein. Wasserführung, Niederschlag und Trockenperioden beeinflussen die Erzeugung. Ein Laufwasserkraftwerk liefert deshalb nicht unter allen Bedingungen eine unveränderte Leistung. Ein Speicher verändert die zeitliche Nutzbarkeit, schafft aber kein unbegrenzt verfügbares Wasserangebot.

Welche Umweltfragen sind relevant?

Das Umweltbundesamt nennt unter anderem Durchgängigkeit der Gewässer, Fischschutz und Mindestwasserführung. Modernisierung kann Potenziale erschließen, ist aber nicht automatisch ohne ökologische Auswirkungen. Auch die Reaktivierung einer Anlage muss im jeweiligen Gewässerzusammenhang bewertet werden.

Was zählt bei einem Projektvergleich?

Prüfen Sie Wasserrecht, Standort, erwartete Erzeugung, Betriebsgrenzen und Kosten. Die elektrische Leistung in MW ist nicht mit einer speicherbaren Energiemenge in MWh gleichzusetzen. Ebenso sind Schwarzstartfähigkeit und weitere Systemdienstleistungen anlagenspezifische Eigenschaften. Sie dürfen nicht für jedes Wasserkraftwerk pauschal vorausgesetzt werden. Für Lieferverträge sollte außerdem klar sein, welche Herkunftsnachweise tatsächlich enthalten sind.

Quellen & Verweise

  1. Umweltbundesamt — Umweltbundesamt – Nutzung der Wasserkraft. umweltbundesamt.de · Abruf

Häufige Fragen zu Wasserkraft

Ist Pumpspeicherung eine zusätzliche erneuerbare Energiequelle?

Sie verschiebt zunächst eingesetzte elektrische Energie in die Zeit. Die Herkunft des Pumpstroms und natürliche Zuflüsse sind gesondert zu betrachten.

Ist jeder Standort ökologisch unproblematisch?

Nein. Gewässerzustand und Schutzmaßnahmen müssen im Einzelfall geprüft werden.

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe mit W

Walk-by-/Drive-by-SystemWalk-by- und Drive-by-Systeme sind Verfahren der Funkablesung, bei denen ein Ableser mit einem mobilen Empfangsgerät zu Fuß oder mit dem Auto an Zählern vorbeigeht bzw. vorbeifährt und die per Funk – meist wireless M-Bus – ausgesendeten Verbrauchsdaten automatisch erfasst, ohne die Wohnung betreten zu müssen.WallboxEine Wallbox ist eine fest installierte Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge. Im Anwendungsbereich der NAV ist sie vor Inbetriebnahme dem Netzbetreiber mitzuteilen; § 19 knüpft die zusätzliche Zustimmung an mehr als 12 kVA Summen-Bemessungsleistung je elektrischer Anlage.Wasserstoff-KernnetzDas Wasserstoff-Kernnetz ist die von der Bundesnetzagentur am 22. Oktober 2024 genehmigte Grundstruktur für den zukünftigen Wasserstofftransport in Deutschland mit einer Gesamtlänge von rund 9.040 Kilometern. Es entsteht überwiegend durch Umstellung bestehender Gasleitungen und soll schrittweise bis 2032 vollständig in Betrieb gehen.WechselrichterEin Wechselrichter wandelt Gleichstrom in Wechselstrom. In einer netzgekoppelten PV-Anlage verbindet er die Solarstromerzeugung mit dem Wechselstromnetz und übernimmt geräteabhängig Regelungs-, Überwachungs- und Schutzfunktionen.Wechselstrom (AC)Wechselstrom ändert seine Richtung periodisch. Die Nennfrequenz im deutschen öffentlichen Stromnetz beträgt 50 Hertz: Das sind 50 vollständige Perioden pro Sekunde. Gleichstrom fließt demgegenüber in einer Richtung.WiM (Wechselprozesse im Messwesen)WiM ist die von der Bundesnetzagentur festgelegte Sammlung bundesweit einheitlicher Geschäftsprozesse für den Wechsel des Messstellenbetreibers und die Datenübermittlung zwischen den beteiligten Marktpartnern in Strom und Gas. Sie regelt Fristen, Datenformate (EDIFACT-Nachrichten) und Zuständigkeiten zwischen Netzbetreiber, grundzuständigem und wettbewerblichem Messstellenbetreiber (gMSB/wMSB). Grundlage ist im Wesentlichen das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG); WiM ergänzt die GPKE (Lieferantenwechsel Strom) und GeLi Gas (Lieferantenwechsel Gas) um die messwesenspezifischen Abläufe.
Erstgespräch