Energie-Glossar · K

Kommunale Wärmeplanung

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Die kommunale Wärmeplanung ist die vom Wärmeplanungsgesetz (WPG) vorgeschriebene Strategie der Gemeinden, wie ihr Gebiet bis 2045 klimaneutral mit Wärme versorgt werden soll. Großstädte über 100.000 Einwohner mussten ihre Wärmepläne nach § 4 WPG bis Ende Juni 2026 vorlegen, kleinere Gemeinden haben bis Ende Juni 2028 Zeit.

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Kommunale Wärmeplanung: Fristen

  1. 06/2026Frist Großstädte > 100.000 EW
  2. 06/2028Frist kleinere Gemeinden
  3. 2045Ziel: klimaneutrale Wärme
Kommunale Wärmeplanung: Fristen: 06/2026 Frist Großstädte > 100.000 EW, 06/2028 Frist kleinere Gemeinden, 2045 Ziel: klimaneutrale Wärme.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Kommunale Wärmeplanung

  • Rechtsgrundlage: Wärmeplanungsgesetz (WPG), in Kraft seit 1. Januar 2024
  • Fristen nach § 4 WPG: Gemeinden über 100.000 Einwohner bis 30. Juni 2026, kleinere bis 30. Juni 2028
  • Der Wärmeplan teilt das Gemeindegebiet in voraussichtliche Versorgungsgebiete ein, z. B. Wärmenetz- oder dezentrale Versorgung
  • Der Plan begründet selbst weder Anschlussansprüche noch individuelle Heizungspflichten
  • Für Gebäudeeigentümer die wichtigste Orientierung bei der Heizungsentscheidung der nächsten Jahre

Was ist ein kommunaler Wärmeplan und was steht darin?

Ein Wärmeplan ist die räumliche Strategie einer Gemeinde für den Umbau ihrer Wärmeversorgung auf Klimaneutralität bis 2045. Er entsteht in mehreren Schritten: Die Bestandsanalyse erfasst den heutigen Wärmebedarf und die vorhandene Versorgungsstruktur, die Potenzialanalyse ermittelt lokale Quellen wie Abwärme, Geothermie, Umweltwärme oder Biomasse. Darauf aufbauend teilt der Plan das Gemeindegebiet in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete ein: Wo ist künftig ein Wärmenetz wahrscheinlich, wo ein Wasserstoffnetz denkbar, und wo bleibt die dezentrale Versorgung – typischerweise mit Wärmepumpen – die realistische Option.

Wichtig für die Einordnung: Der Wärmeplan selbst begründet keine einklagbaren Rechte und keine unmittelbaren Pflichten für einzelne Eigentümer – niemand kann aus ihm einen Anspruch auf einen Wärmenetzanschluss ableiten. Er dient der strategischen Orientierung. Konkrete Anschlüsse und Pflichten benötigen eine gesonderte Grundlage.

Welche Fristen gelten und wie ist der Stand?

Das Wärmeplanungsgesetz ist zum 1. Januar 2024 in Kraft getreten und verpflichtet die Länder, für flächendeckende Wärmepläne zu sorgen. Nach § 4 WPG mussten Wärmepläne für Gemeindegebiete mit mehr als 100.000 Einwohnern bis zum Ablauf des 30. Juni 2026 vorliegen; für kleinere Gemeinden läuft die Frist bis zum 30. Juni 2028. Maßgeblich für die Einwohnergrenzen ist der Stand am 1. Januar 2024. Für Gemeinden unter 10.000 Einwohnern können die Länder vereinfachte Verfahren vorsehen. Ob ein konkreter Plan vorliegt, ist bei der zuständigen Stelle zu prüfen.

Die frühere 65-Prozent-Anforderung des § 71 GEG wurde mit der Reform zum Gebäudemodernisierungsgesetz im Juli 2026 aufgehoben. Sie darf nicht als aktuelle Folge der Wärmeplanung dargestellt werden. Der Wärmeplan bleibt eine Orientierung über voraussichtliche Versorgungsoptionen; Verfügbarkeit, Anschlussbedingungen und Wirtschaftlichkeit sind gesondert zu klären.

Wie sollten Hausverwaltungen und Eigentümer mit dem Wärmeplan umgehen?

Der Wärmeplan ist die erste Informationsquelle vor jeder größeren Heizungsentscheidung. Steht in einem verwalteten Objekt der Austausch der Zentralheizung an, sollte zunächst geprüft werden, welchem voraussichtlichen Versorgungsgebiet die Adresse zugeordnet ist: In einem ausgewiesenen Wärmenetzgebiet kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, die Anschlussperspektive und die Ausbaupläne des Netzbetreibers abzufragen, bevor in eine eigene Wärmepumpenanlage investiert wird. In voraussichtlich dezentral versorgten Gebieten sollten eigene Heizlösungen und begleitende Effizienzmaßnahmen geprüft werden.

Für Wohnungseigentümergemeinschaften empfiehlt sich, die Aussagen des Wärmeplans früh in die Beschlussfassung und die Instandhaltungsplanung einzubeziehen: Ein Wärmeplan, der für das Quartier ein Wärmenetz vorsieht, verändert die Abwägung zwischen Übergangslösung und sofortigem Systemwechsel. Verlassen sollte man sich auf die Gebietsausweisungen allerdings nicht blind – sie sind Prognosen, keine Garantien, und werden fortgeschrieben. Wer Entscheidungen mit langer Bindungswirkung trifft, sollte den aktuellen Planungsstand der Kommune und konkrete Aussagen des örtlichen Netzbetreibers einholen und dokumentieren.

Quellen & Verweise

  1. Bundesministerium der Justiz / juris GmbH — WPG - Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze. gesetze-im-internet.de · Abruf
  2. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz — § 4 WPG. gesetze-im-internet.de · Abruf
  3. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz — § 23 WPG. gesetze-im-internet.de · Abruf
  4. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz — Gebäudemodernisierungsgesetz. gesetze-im-internet.de · Abruf

Häufige Fragen zu Kommunale Wärmeplanung

Bis wann müssen die Kommunen ihre Wärmepläne vorlegen?

Nach § 4 WPG galt für Gemeindegebiete mit mehr als 100.000 Einwohnern der 30. Juni 2026 als Frist, für kleinere Gemeinden gilt der 30. Juni 2028. Für Gemeinden unter 10.000 Einwohnern sind vereinfachte Verfahren möglich.

Verpflichtet mich der Wärmeplan zu einer bestimmten Heizung?

Nein. Der Wärmeplan hat nach § 23 WPG keine rechtliche Außenwirkung und begründet keine einklagbaren Rechte oder Pflichten. Andere Gesetze oder eine gesonderte kommunale Regelung können unabhängig davon relevant sein.

Garantiert die Ausweisung als Wärmenetzgebiet einen Anschluss?

Nein. Die Versorgungsgebiete sind Prognosen über die wahrscheinliche künftige Versorgungsart, kein Anspruch auf Anschluss. Vor Investitionsentscheidungen sollte immer der konkrete Ausbaustand beim Netzbetreiber erfragt werden.

Gilt die frühere 65-Prozent-Pflicht noch über die Wärmeplanung?

Die frühere Regelung des § 71 GEG ist seit der Reform zum GModG im Juli 2026 entfallen. Ein Wärmeplan löst diese aufgehobene Pflicht nicht aus. Für konkrete Bau- und Heizungsmaßnahmen sind die aktuell geltenden Anforderungen und gegebenenfalls Übergangsregeln zu prüfen.

Wo finde ich den Wärmeplan meiner Kommune?

Wärmepläne werden von den Gemeinden veröffentlicht, üblicherweise auf der kommunalen Website mit interaktiven Karten der voraussichtlichen Versorgungsgebiete. Bei Fragen zur Einordnung einer konkreten Adresse hilft die Kommune oder der örtliche Energieversorger.

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