Energie-Glossar · S

Smart Grid

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Ein Smart Grid ergänzt ein Stromnetz um Kommunikations-, Mess-, Steuerungs- und Automatisierungstechnik. Dadurch lassen sich Netzzustände besser erfassen und verfügbare technische Handlungsmöglichkeiten gezielter nutzen.

Belegt durch:bundesnetzagentur.de 1bundesnetzagentur.de 2bundesnetzagentur.de 3

Zwei unterschiedliche Signale

Markt

BeispielBörsenpreis
ZielWirtschaftliche Optimierung

Netz

BeispielLokale Auslastung
ZielSicherer Netzbetrieb
Zwei unterschiedliche Signale. Schematische Gegenüberstellung; konkrete Bedingungen sind gesondert zu prüfen.[2]

Die wichtigsten Informationen zu Smart Grid

  • Digitale Technik ergänzt Leitungen, Transformatoren und Schutzsysteme.
  • Marktpreis und lokaler Netzzustand sind unterschiedliche Signale.
  • Steuerung kann Engpässe überbrücken, ersetzt nicht jeden Netzausbau.
  • Schnittstellen, Zuständigkeiten und IT-Sicherheit müssen zusammenpassen.

Was wird im Netz digitalisiert?

Sensoren und Messsysteme liefern Informationen, Kommunikationswege übertragen sie, und Leitsysteme unterstützen die Betriebsführung. Steuerbare Anlagen können auf zulässige Vorgaben reagieren. Nicht jede Messung erfolgt dabei mit derselben zeitlichen Auflösung, und nicht jeder Verbraucher ist fernsteuerbar.

Ist ein günstiger Börsenpreis zugleich netzdienlich?

Nicht unbedingt. Ein niedriger überregionaler Marktpreis kann viele Anlagen gleichzeitig zum Verbrauch anregen, obwohl ein lokaler Netzabschnitt bereits stark belastet ist. Die Bundesnetzagentur unterscheidet deshalb Smart Grid und Smart Market. Marktliche Optimierung und sichere Netzführung müssen aufeinander abgestimmt werden.

Welche Rolle spielt § 14a EnWG?

Die Regelungen ermöglichen unter bestimmten Voraussetzungen die netzorientierte Steuerung erfasster Verbrauchseinrichtungen. Sie sind kein allgemeines Abschaltrecht für jeden Verbraucher. Der Netzbetreiber bleibt zum bedarfsgerechten Ausbau verpflichtet. Eine zeitweise Begrenzung darf daher nicht pauschal als dauerhafter Ersatz für einen notwendigen Transformatorausbau beschrieben werden.

Was sollten Unternehmen und Immobilienbetreiber planen?

Klären Sie frühzeitig Messkonzept, Steuerschnittstellen und Verantwortlichkeiten zwischen Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und eigenem Energiemanagement. Prüfen Sie, welche Lasten wirklich verschiebbar sind und welche Prozesse geschützt werden müssen. Kommunikationsfähigkeit eröffnet Möglichkeiten, garantiert aber weder niedrigere Kosten noch unterbrechungsfreie Versorgung.

Quellen & Verweise

  1. Bundesnetzagentur — Digitalisierung im Energiesektor. bundesnetzagentur.de · Abruf
  2. Bundesnetzagentur — Smart Grid / Smart Market. bundesnetzagentur.de · Abruf
  3. Bundesnetzagentur — Steuerbare Verbrauchseinrichtungen. bundesnetzagentur.de · Abruf

Häufige Fragen zu Smart Grid

Macht ein Smart Grid den Netzausbau überflüssig?

Nein. Digitalisierung und physischer Ausbau ergänzen sich.

Ist jeder dynamische Tarif ein Netzsignal?

Nein. Ein börsenpreisabhängiger Tarif bildet nicht automatisch die lokale Netzbelastung ab.

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