Energie-Glossar · R
Residuallastgang
Der Residuallastgang ist die zeitliche Reihe der Last, die nach Abzug bestimmter Erzeugung verbleibt. SMARD berechnet sie aus der Netzlast minus Wind- und PV-Erzeugung. Die Kurve macht Schwankungen und Rampen sichtbar, ist aber keine alleinige Kraftwerkseinsatz- oder Preisprognose.
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Residuallast richtig lesen
Die wichtigsten Informationen zu Residuallastgang
- Bei SMARD werden Wind Onshore, Wind Offshore und Photovoltaik von der Netzlast abgezogen.
- Ist-Werte und Prognosen sind getrennte Zeitreihen.
- Negative Werte bedeuten einen rechnerischen Überschuss dieser Erzeugung gegenüber der betrachteten Netzlast.
- Verbleibende Last kann unter anderem durch weitere Erzeugung, Importe, Speicher und Lastflexibilität gedeckt werden.
- Zeitintervall, Marktgebiet und Einheit müssen beim Datenvergleich übereinstimmen.
Wie wird die Kurve berechnet?
Für jedes Intervall wird von der betrachteten Last die festgelegte Erzeugung abgezogen. Bei SMARD sind dies Wind und Photovoltaik; andere Studien können eine andere Abgrenzung verwenden. Rechnen Sie deshalb nur Zeitreihen mit gleichem Gebiet, Zeitstempel und Messkonzept zusammen. SMARD stellt auch bereits berechnete Werte und entsprechende Prognosen bereit.
Was bedeuten Täler und Rampen?
Viel Solarerzeugung kann mittags ein Tal erzeugen, während die Residuallast am Abend wieder steigt. Dieses Muster wird häufig Duck Curve genannt. Wind, Wetter, Verbrauch und Jahreszeit können es deutlich verändern. Aus einem einzelnen Sonnentag lässt sich kein allgemein gültiger Jahresverlauf ableiten.
Was lässt sich daraus planen?
Die Kurve hilft, zeitlichen Ausgleichsbedarf zu erkennen. Hohe Werte, schnelle Änderungen und länger anhaltende Phasen stellen unterschiedliche Anforderungen an Erzeuger, Speicher und flexible Verbraucher. Der erforderliche Kraftwerkspark folgt daraus jedoch nicht allein: Netzengpässe, grenzüberschreitender Handel, Ausfälle und weitere Erzeugung müssen in die Systemanalyse einbezogen werden.
Wie hängt der Verlauf mit Preisen zusammen?
Residuallast kann Strompreise mit erklären, bestimmt sie aber nicht eindeutig. Brennstoff- und CO2-Preise, Anlagenverfügbarkeit, Netz- und Handelsbedingungen wirken ebenfalls. Für einen Betrieb ist der Vergleich mit dem eigenen Lastgang ein erster Hinweis auf mögliche Flexibilität. Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung muss die tatsächlich erreichbaren Tarife, technischen Grenzen und Kosten einer Verschiebung berücksichtigen.
Welche Einheit ist richtig?
Leistung wird in MW dargestellt, Intervallenergie in MWh. Eine Viertelstunde mit durchschnittlich 4 MW entspricht 1 MWh. SMARD veröffentlicht bestimmte Zeitreihen als MWh je Viertelstunde; das darf nicht ohne Umrechnung als MW beschriftet werden. Auch kleine Rundungsabweichungen zwischen selbst berechneter und veröffentlichter Residuallast sind möglich.
Quellen & Verweise
- Bundesnetzagentur / SMARD — SMARD: Daten zur Residuallast. smard.de · Abruf
Häufige Fragen zu Residuallastgang
Ist Residuallast gleich fossiler Strombedarf?
Nein. Auch Wasserkraft, Biomasse, Speicher, Importe und flexible Nachfrage können zum Ausgleich beitragen.
Bedeutet negative Residuallast immer negative Preise?
Nein. Sie beschreibt eine Mengenrelation; Preise hängen zusätzlich von Angeboten, Flexibilität und Marktbedingungen ab.
Wo finde ich die Zeitreihe?
SMARD bietet realisierte und prognostizierte Residuallast mit auswählbarem Zeitraum und Gebiet zum Anzeigen und Herunterladen.
