Energie-Glossar · I

Imbalance

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Imbalance bedeutet Bilanzungleichgewicht. Im deutschen Strommarkt bezeichnet es den Saldo der bilanzierungsrelevanten Einspeisungen, Entnahmen und Handelsgeschäfte eines Bilanzkreises je Viertelstunde. Die Abrechnung erfolgt über Ausgleichsenergie; für Gas gelten andere Bilanzierungsregeln.

Belegt durch:netztransparenz.de 1netztransparenz.de 2bundesnetzagentur.de 3

Bilanzabweichung: Richtung und Preis zählen

Geplante BilanzSoll
Tatsächliche MengenIst
Über- oder UnterdeckungDifferenz
Vorzeichen der Abrechnung beachtenPreis
Die finanzielle Wirkung hängt nicht allein davon ab, ob ein Bilanzkreis über- oder unterdeckt ist.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Imbalance

  • Relevant ist der Gesamtsaldo des Bilanzkreises, nicht jede Anlage für sich.
  • Im deutschen Strommarkt wird viertelstündlich abgerechnet.
  • Der reBAP gilt symmetrisch für Über- und Unterdeckungen.
  • Preisvorzeichen und Mengenrichtung bestimmen Zahlung oder Gutschrift.

Wie entsteht eine Abweichung?

Verbrauch und Erzeugung können von Prognosen abweichen. Auch fehlerhafte Fahrpläne, Handelszuordnungen oder Datenkorrekturen wirken sich aus. Gegenläufige Abweichungen innerhalb eines Bilanzkreises können sich saldieren. Deshalb verursacht nicht jede Abweichung einer einzelnen Anlage automatisch eine gleich große abrechnungsrelevante Imbalance.

Wie wird sie finanziell bewertet?

Der reBAP wird für jede Viertelstunde nach den geltenden Regeln ermittelt. Bei positivem Preis zahlt ein unterdeckter Bilanzkreis für die Fehlmenge, während eine Überdeckung zu einer Gutschrift führen kann. Bei negativem Preis kehrt sich diese Zahlungswirkung um. Die bloße Aussage, eine Abweichung helfe dem System, reicht nicht als sichere Zahlungsprognose. Neben Regelenergiepreisen wirken weitere festgelegte Preiskomponenten.

Ausgleichsenergie ist nicht Regelenergie

Regelenergie dient dem physischen Ausgleich des Gesamtsystems. Ausgleichsenergie ist die rechnerische und finanzielle Zuordnung von Bilanzungleichgewichten. Hohe Preise und unvorhersehbare Abweichungen können wirtschaftliche Risiken schaffen. Bilanzkreisverantwortliche müssen ihre Positionen ordnungsgemäß bewirtschaften; absichtlich offene Positionen sind kein Ersatz für reguläre Beschaffung.

Wie lassen sich Risiken reduzieren?

Aktuelle Prognosen, verlässliche Daten, Intraday-Handel und geeignete flexible Anlagen können Abweichungen vermindern, aber nicht garantiert beseitigen. Bei Standardlastprofilkunden sind die zugeordneten Profile von der tatsächlichen individuellen Entnahme zu unterscheiden. Profildifferenzen werden nach den einschlägigen Bilanzierungs- und Mehr-/Mindermengenprozessen behandelt und laufen nicht pauschal als individuelle Ist-Abweichung im Lieferantenbilanzkreis auf.

Quellen & Verweise

  1. Deutsche Übertragungsnetzbetreiber — reBAP. netztransparenz.de · Abruf
  2. Deutsche Übertragungsnetzbetreiber — Ausgleichsenergiepreis. netztransparenz.de · Abruf
  3. Bundesnetzagentur — Festlegung BK6-18-020. bundesnetzagentur.de · Abruf

Häufige Fragen zu Imbalance

Ist jede Abweichung kostenpflichtig?

Sie wird nach den geltenden Regeln bewertet. Ob Zahlung oder Gutschrift entsteht, hängt insbesondere von Richtung, Menge und Preisvorzeichen ab.

Ist Ausgleichsenergie eine physische Lieferung an meinen Bilanzkreis?

Sie ist eine bilanzielle Abrechnungsgröße. Der physische Systemausgleich erfolgt durch Regelenergie.

Beseitigt Intraday-Handel das Risiko vollständig?

Nein. Prognoseänderungen und Störungen können auch nach den letzten Handelsmöglichkeiten auftreten.

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