Energie-Glossar · G

Globalstrahlung

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Globalstrahlung ist die Summe der direkten und diffusen Sonnenstrahlung auf einer horizontalen Fläche. Ihre momentane Stärke wird in W/m² angegeben; über einen Zeitraum aufsummierte Strahlungsenergie beispielsweise in kWh/m². Sie ist eine wichtige Eingangsgröße für die Ertragsberechnung von Photovoltaikanlagen.

Belegt durch:dwd.de 1joint-research-centre.ec.europa.eu 2

Globalstrahlung besteht aus zwei Anteilen

Unmittelbar von der SonneDirektstrahlung
Gestreuter HimmelsanteilDiffusstrahlung
Summe auf der BezugsebeneGlobalstrahlung
Auf horizontaler Fläche: unmittelbare Sonnenstrahlung plus gestreuter Himmelsanteil.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Globalstrahlung

  • Direkte und diffuse Sonnenstrahlung wirken zusammen.
  • W/m² beschreibt Leistung pro Fläche, kWh/m² eine Energiesumme.
  • Für PV zählt die Einstrahlung auf die tatsächliche Modulebene.
  • Standort, Wetter, Verschattung und Systemverluste beeinflussen den Ertrag.

Warum liefern auch bewölkte Tage Solarstrom?

Wolken und Bestandteile der Atmosphäre streuen einen Teil des Sonnenlichts. Dieser diffuse Anteil erreicht die Fläche aus verschiedenen Himmelsrichtungen; der direkte Anteil kommt aus Richtung der Sonnenscheibe. Das Verhältnis verändert sich mit Wetter und Sonnenstand. Eine einzelne Jahressumme beschreibt deshalb weder den Tagesverlauf noch die saisonale Verteilung.

Von der Einstrahlung zur Stromproduktion

Module sind häufig geneigt und anders als nach Süden ausgerichtet. Eine Ertragsrechnung berücksichtigt daher die Strahlung auf dieser Ebene, die installierte Leistung sowie Temperatur- und Systemverluste. PVGIS kann standortabhängige Winkel und erwartete Erträge berechnen. Ein überall gleicher optimaler Neigungswinkel ist nicht belastbar. Ost-West-Belegungen können die Erzeugung zeitlich verteilen; ob daraus mehr Eigenverbrauch oder höhere Wirtschaftlichkeit entsteht, hängt vom Lastprofil und der konkreten Belegung ab.

Welche Daten helfen bei der Planung?

DWD und PVGIS stellen geeignete Strahlungsdaten bereit. Langjährige Werte sind von einzelnen Wetterjahren zu unterscheiden. Für Speicher- oder Verbrauchsanalysen werden zeitlich aufgelöste Erzeugungs- und Lastdaten benötigt; ein Zwölftel der Jahressumme bildet einen Wintermonat nicht sinnvoll ab. Angebote sollten Datenzeitraum, Standort, Ausrichtung und angenommene Verluste nennen.

Verschattung, Verschmutzung und technische Störungen können den Ertrag zusätzlich vermindern. Auffällige Einbrüche sollten zeitnah anhand aktueller Einstrahlung und Vergleichsdaten untersucht werden. Die Wirtschaftlichkeit folgt nicht allein aus einer regionalen Strahlungszahl, sondern auch aus Anlagenkosten, Stromnutzung und Vergütung.

Quellen & Verweise

  1. Deutscher Wetterdienst — Die Globalstrahlung. dwd.de · Abruf
  2. Europäische Kommission – Joint Research Centre — PVGIS 5 User Manual. joint-research-centre.ec.europa.eu · Abruf

Häufige Fragen zu Globalstrahlung

Ist Globalstrahlung gleich PV-Ertrag?

Nein. Sie beschreibt die eintreffende Sonnenstrahlung. Die elektrische Produktion hängt zusätzlich von Anlage, Ausrichtung und Verlusten ab.

Ist Ost-West grundsätzlich besser oder schlechter?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Jahresproduktion, nutzbare Dachfläche und zeitlicher Verbrauch müssen gemeinsam betrachtet werden.

Woher bekomme ich standortbezogene Daten?

PVGIS und der Deutsche Wetterdienst bieten Strahlungsdaten; PVGIS unterstützt auch Berechnungen für die konkrete Modulneigung und Ausrichtung.

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