Energie-Glossar · L
LNG-Terminal
Ein LNG-Importterminal nimmt verflüssigtes Erdgas per Schiff an, speichert es zwischen und wandelt es durch Erwärmung wieder in Gas um. Anschließend wird das Gas aufbereitet beziehungsweise konditioniert und in das Gasnetz eingespeist. Es gibt schwimmende und landbasierte Ausführungen.
Belegt durch:energy-terminal.de 1energy-terminal.de 2hanseatic-energy-hub.de 3umweltbundesamt.de 4
LNG: vom Schiff ins Gasnetz
Die wichtigsten Informationen zu LNG-Terminal
- LNG wird für den Transport auf etwa −162 °C gekühlt.
- FSRU bezeichnet ein Schiff für Speicherung und Regasifizierung.
- Anleger, Sicherheitsanlagen und Netzanschluss sind auch für schwimmende Terminals erforderlich.
- Stade umfasst ein schwimmendes Terminalprojekt und ein separates landbasiertes Vorhaben.
Wie funktioniert die Anlage?
Ein Tanker liefert LNG an den Terminal. Isolierte Tanks halten das Erdgas flüssig. Bei der Regasifizierung wird Wärme zugeführt; das Gas wird anschließend mit der erforderlichen Beschaffenheit und dem passenden Druck eingespeist. Lagerung und Regasifizierung können bei einer FSRU an Bord stattfinden.
Was unterscheidet die Bauformen?
Eine gecharterte FSRU kann den Aufbau von Importkapazität beschleunigen. Betriebsbereitschaft setzt trotzdem einen geeigneten Anleger, Verladeeinrichtungen, Genehmigungen und eine nutzbare Gasnetzanbindung voraus. Ein landbasierter Terminal hat fest errichtete Anlagen. Größe, Durchsatz und Bauzeit sind projektspezifisch; die Bauform allein legt sie nicht fest.
Was ist bei Stade zu unterscheiden?
Die DET meldete im September 2026 die Ankunft der Energos Force zur Vorbereitung der Inbetriebnahme des schwimmenden Terminals. Das ist kein Nachweis für den Betrieb des separaten landbasierten Hanseatic Energy Hub. Dessen Projektträger nennt 2027 als geplantes Inbetriebnahmejahr. Beide Vorhaben dürfen in Standortübersichten nicht vermischt werden.
Welche Grenzen sind wichtig?
Importterminals verbreitern die möglichen Bezugswege. Ihre Wirtschaftlichkeit hängt aber von Auslastung, Beschaffung, Betriebskosten und künftigem Gasbedarf ab. Verflüssigung und Transport benötigen Energie; zusätzlich können Methanemissionen entstehen. Ein Klimavergleich muss die konkrete Lieferkette berücksichtigen.
Für Wasserstoffderivate wie Ammoniak sind teilweise vorbereitete Anlagen geplant. Das bedeutet nicht, dass jede LNG-Anlage unverändert dafür geeignet ist. Materialien, Sicherheit, Entladung und weitere Verarbeitung müssen zum neuen Stoff passen. Auch ein Derivat ist nur bei entsprechender Herstellung emissionsarm.
Quellen & Verweise
- Deutsche Energy Terminal GmbH — DET: LNG und Regasifizierung. energy-terminal.de · Abruf
- Deutsche Energy Terminal GmbH — DET: Bautagebuch Stade 2026. energy-terminal.de · Abruf
- Hanseatic Energy Hub GmbH — HEH: Baustart des landbasierten Terminals Stade. hanseatic-energy-hub.de · Abruf
- Umweltbundesamt — UBA: Wie klimafreundlich ist LNG?. umweltbundesamt.de · Abruf
Häufige Fragen zu LNG-Terminal
Ist Stade bereits ein landbasierter LNG-Terminal?
Das landbasierte HEH-Projekt ist von der FSRU der DET zu unterscheiden. HEH nennt 2027 als geplanten Betriebsbeginn; DET bereitete nach Ankunft des Schiffs im September 2026 die Inbetriebnahme vor.
Kann jede FSRU sofort eingesetzt werden?
Nein. Schiff, Anleger, Genehmigung, Verladeinfrastruktur und Gasnetzanschluss müssen zusammenpassen.
Kann ein LNG-Terminal später automatisch Ammoniak importieren?
Nein. Dafür sind eine geeignete technische Auslegung und gegebenenfalls zusätzliche Umbauten und Genehmigungen erforderlich.
