Energie-Glossar · L

LCOE (Levelized Cost of Energy)

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

LCOE (Levelized Cost of Energy) sind die über eine angenommene Lebensdauer berechneten durchschnittlichen Stromgestehungskosten einer Anlage. Sie setzen abgezinste Kosten zur abgezinsten Stromerzeugung ins Verhältnis. Die Kennzahl hilft beim Kostenvergleich, ersetzt aber keine Erlös- und Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Belegt durch:ise.fraunhofer.de 1

LCOE: Kosten pro erzeugter Energie

Diskontierte LebenszykluskostenZähler
Diskontierte StromerzeugungNenner
StromgestehungskostenErgebnis
Kein garantierter MarktpreisAbgrenzung
Vergleichbarkeit braucht dieselben Annahmen und Bilanzgrenzen.[1]

Die wichtigsten Informationen zu LCOE (Levelized Cost of Energy)

  • Kosten und Strommengen werden über denselben Betrachtungszeitraum abgezinst.
  • Investition, Betrieb, Brennstoff, Ertrag und Kalkulationszins prägen das Ergebnis.
  • Studienwerte gelten für ihre Annahmen und ihr Bezugsjahr, nicht als verbindliche Angebotspreise.
  • Erzeugungszeitpunkt, Marktwert, Eigenverbrauch und Systemkosten müssen zusätzlich bewertet werden.

Wie werden LCOE berechnet?

Die Kapitalwertmethode teilt die Summe der abgezinsten Investitions- und laufenden Kosten durch die abgezinsten erzeugten Energiemengen. Finanzierung beziehungsweise Kapitalkosten müssen methodisch konsistent im Kalkulationszins und den Zahlungsströmen erfasst werden; sie dürfen nicht doppelt angesetzt werden. Höhere Erträge senken bei sonst gleichen Annahmen die Kosten je Kilowattstunde.

Ein datiertes Beispiel liefert die Fraunhofer-ISE-Studie von Juli 2024: Für große PV-Freiflächenanlagen nennt sie je nach Standort und Annahmen 4,1 bis 6,9 ct/kWh. Das ist weder ein aktuelles Angebot noch der Haushaltsstrompreis. Für einen konkreten Standort sind tatsächliche Investitionskosten, Verluste, Alterung und Finanzierung einzusetzen.

Wie hilft die Kennzahl bei einer Investition?

Bei eigener PV-Erzeugung sollten die vermiedenen variablen Bezugskosten für zeitgleich selbst genutzten Strom und die Erlöse für Einspeisung getrennt ermittelt werden. Fixe Grundpreise werden durch Eigenverbrauch häufig nicht vermieden. Ein niedriger LCOE-Wert allein beweist daher keine Rentabilität.

Auch ein PPA-Preis lässt sich nicht allein aus den Erzeugungskosten beurteilen. Laufzeit, Lieferprofil, Mengenrisiken, Herkunftsnachweise und übernommene Ausgleichs- oder Vermarktungsleistungen können seinen Wert verändern. Für einen Angebotsvergleich müssen diese Leistungen vergleichbar sein.

Wo liegen die Grenzen?

LCOE unterscheiden nicht automatisch zwischen einer Kilowattstunde zur knappen Abendstunde und einer Kilowattstunde bei großem Solarangebot. Zwei Anlagen mit gleichen Gestehungskosten können deshalb verschiedene Erlöse erzielen. Netz-, Speicher- und Reservebedarf sind ebenfalls nur enthalten, soweit die gewählte Systemgrenze sie ausdrücklich umfasst.

Quellen & Verweise

  1. Fraunhofer ISE — Fraunhofer ISE: Stromgestehungskosten 2024. ise.fraunhofer.de · Abruf

Häufige Fragen zu LCOE (Levelized Cost of Energy)

Ist die Technologie mit dem niedrigsten LCOE immer wirtschaftlicher?

Nein. Erlöse, Eigenverbrauch, Erzeugungsprofil und zusätzliche Systemkosten können das Ergebnis verändern.

Sind Kapitalkosten enthalten?

Sie werden in einer konsistenten Berechnung insbesondere über den Kalkulationszins berücksichtigt. Bereits darin enthaltene Finanzierungskosten dürfen nicht nochmals pauschal addiert werden.

Reicht ein LCOE unter dem Netzstrompreis?

Nein. Nur tatsächlich vermiedene Bezugskosten zählen, und nicht jede erzeugte Kilowattstunde wird selbst verbraucht. Einspeiseerlöse, Zusatzkosten und zeitliche Zahlungsströme gehören in die Rechnung.

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe mit L

L-GasL-Gas (Low-calorific gas) ist Erdgas mit niedrigerem Energiegehalt je vergleichbarem Normvolumen und meist höherem Stickstoffanteil als H-Gas. Hauptquelle waren die niederländischen Groningen-Felder, deren Förderung im Oktober 2023 gestoppt und im April 2024 endgültig eingestellt wurde.LNGLNG (Liquefied Natural Gas) ist Erdgas, das durch Abkühlung auf etwa −162 °C verflüssigt und dabei auf rund 1/600 seines Volumens verdichtet wird. LNG ermöglicht den Transport per Schiff in Regionen ohne Pipelineanschluss und dient der Diversifizierung der Gasversorgung.LNG-Beschleunigungsgesetz (LNGG)Das LNG-Beschleunigungsgesetz (LNGG) vom Mai 2022 verkürzte Genehmigungs- und Vergabeverfahren für den Bau von Flüssigerdgas-Terminals und deren Anbindungsleitungen in Deutschland, um nach dem Wegfall russischer Pipeline-Lieferungen schnell Importkapazitäten aufzubauen. Es war als befristetes Kriseninstrument angelegt: Die zentralen Beschleunigungsvorschriften sind nach § 14 Abs. 2 LNGG mit Ablauf des 30. Juni 2025 außer Kraft getreten; einzelne Regelungen gelten übergangsweise fort.LNG-TerminalEin LNG-Importterminal nimmt verflüssigtes Erdgas per Schiff an, speichert es zwischen und wandelt es durch Erwärmung wieder in Gas um. Anschließend wird das Gas aufbereitet beziehungsweise konditioniert und in das Gasnetz eingespeist. Es gibt schwimmende und landbasierte Ausführungen.Lambda-Wert (Wärmeleitfähigkeit)Der Lambda-Wert (λ) beschreibt die Wärmeleitfähigkeit eines Materials in Watt pro Meter und Kelvin. Je kleiner der Wert, desto geringer ist die Wärmeleitung. Welcher Bemessungswert für einen Nachweis anzusetzen ist, hängt vom Bauteil, dem Material und der jeweils geltenden Nachweisregel ab.LastfaktorDer Lastfaktor ist das Verhältnis der mittleren zur höchsten Last im selben Betrachtungszeitraum. Für vergleichbare Werte müssen Zeitraum, Messintervall und Bezugsrichtung übereinstimmen. Bei einer mittleren Last von 10 kW und einer höchsten Last von 40 kW beträgt er beispielsweise 25 Prozent.
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