Energie-Glossar · L
Leistungszahl (COP)
Die Leistungszahl COP (Coefficient of Performance) gibt an, wie viel Wärmeleistung eine Wärmepumpe je eingesetzter elektrischer Leistung abgibt – ein COP von 4 bedeutet: bei 1 kW elektrischer Aufnahmeleistung werden 4 kW Wärmeleistung abgegeben; der übrige Anteil stammt aus der Wärmequelle. Der COP ist ein Momentanwert, der nach der Norm EN 14511 unter festen Prüfbedingungen im Labor ermittelt wird, und beschreibt daher nicht die reale Jahreseffizienz im Gebäude – dafür ist eine Jahresbetrachtung nötig. Der SCOP ist ein standardisierter Saisonwert, eine gemessene JAZ beschreibt den tatsächlichen Betrieb innerhalb ihrer Messgrenze.
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Leistungszahl COP: Beispiel COP 4
Die wichtigsten Informationen zu Leistungszahl (COP)
- COP = abgegebene Wärmeleistung geteilt durch aufgenommene elektrische Leistung – gemessen an einem festen Betriebspunkt nach EN 14511
- Momentaufnahme unter Laborbedingungen: Der COP gilt nur für die jeweilige Kombination aus Quell- und Vorlauftemperatur (z. B. A7/W35)
- Der saisonale SCOP nach EN 14825 mittelt über mehrere Betriebspunkte; die Jahresarbeitszahl (JAZ) misst die reale Effizienz im Gebäude
- Faustregel: Je kleiner der Temperaturhub zwischen Wärmequelle und Vorlauf, desto höher die Effizienz – stabile Quelltemperaturen können die Jahreseffizienz begünstigen
- Für Wirtschaftlichkeitsvergleiche im Bestand ist der Katalog-COP allein wenig aussagekräftig
Wie wird die Leistungszahl COP ermittelt?
Der COP wird im Labor nach der Norm EN 14511 an einem genau definierten Betriebspunkt gemessen: Die Wärmequelle und die Vorlauftemperatur des Heizwassers werden konstant gehalten, dann wird das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zu aufgenommener elektrischer Leistung bestimmt. Die Prüfpunkte werden in Kurzform angegeben – A7/W35 etwa steht für 7 Grad Celsius Außenlufttemperatur (Air) und 35 Grad Vorlauftemperatur (Water). Ein COP von 4,0 an diesem Punkt bedeutet: Die Wärmepumpe liefert unter genau diesen Bedingungen viermal so viel Wärme, wie sie Strom aufnimmt.
Entscheidend ist der Temperaturhub zwischen Quelle und Senke: Je wärmer die Quelle und je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto höher der COP – das folgt direkt aus der Thermodynamik des Kältekreisprozesses. Stabile Quelltemperaturen von Erdreich oder Grundwasser können die Jahreseffizienz begünstigen. Ein pauschaler Effizienzvorsprung jedes Geräts gegenüber jeder Luft-Wasser-Wärmepumpe folgt daraus nicht. Vergleichen Sie Gerätewerte nur bei demselben Prüfpunkt und derselben Bilanzgrenze. Bei höherem Temperaturhub sinkt die erreichbare Effizienz typischerweise.
Worin unterscheiden sich COP, SCOP und Jahresarbeitszahl?
Der COP ist ein Momentanwert für einen einzigen Betriebspunkt – der SCOP und die Jahresarbeitszahl bilden dagegen längere Zeiträume ab. Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) wird nach der Norm EN 14825 aus mehreren Prüfpunkten bei unterschiedlichen Außentemperaturen (unter anderem 12, 7, 2 und minus 7 Grad) für eine definierte Klimazone berechnet und ist damit deutlich realitätsnäher als der einzelne COP. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) geht noch einen Schritt weiter: Sie beschreibt das tatsächlich gemessene Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom im konkreten Gebäude über ein ganzes Jahr – Dabei ist die Messgrenze zu dokumentieren: etwa ob Warmwasser, Heizstab, Quellenpumpen und weitere Hilfsantriebe enthalten sind. Für die Planung existiert mit der VDI 4650 ein Berechnungsverfahren zur JAZ-Prognose.
- COP (EN 14511): Laborwert an einem festen Betriebspunkt – gut zum Vergleich von Geräten, ungeeignet als Effizienzversprechen
- SCOP (EN 14825): saisonal gewichteter Laborwert über mehrere Betriebspunkte – Grundlage der Energieeffizienzkennzeichnung
- JAZ: real gemessene Jahreseffizienz der konkreten Anlage im konkreten Gebäude – nur bei klarer Messgrenze aussagekräftig
Was bedeutet der COP für Eigentümer und Hausverwaltungen bei Wärmepumpen-Angeboten?
Ein hoher Katalog-COP allein sagt wenig darüber aus, wie wirtschaftlich eine Wärmepumpe in einem konkreten Bestandsgebäude läuft. Der im Datenblatt beworbene Wert gilt meist für den günstigen Prüfpunkt A7/W35 – also 35 Grad Vorlauftemperatur, wie sie eine Fußbodenheizung benötigt. Viele Bestandsgebäude heizen aber über Heizkörper mit 55 Grad Vorlauf und mehr; die reale Effizienz liegt dann deutlich unter dem Katalogwert, und die Stromkosten je Kilowattstunde Wärme steigen entsprechend.
Für die Bewertung von Angeboten heißt das: Fragen Sie nicht nach dem COP, sondern nach einer JAZ-Prognose für die reale Anlagenkonstellation – mit der tatsächlich benötigten Vorlauftemperatur des Gebäudes, dem Warmwasseranteil und dem geplanten Wärmepumpentyp. Seriöse Anbieter ermitteln vorab die erforderliche Vorlauftemperatur, etwa über eine Heizlastberechnung und die Prüfung der vorhandenen Heizflächen. Oft lässt sich die Vorlauftemperatur im Bestand durch einzelne größere Heizkörper, einen hydraulischen Abgleich oder Dämmmaßnahmen so weit senken, dass die Wärmepumpe effizient arbeitet. Die Jahresarbeitszahl entscheidet am Ende auch über Betriebskosten, die auf die Bewohner umgelegte Wärmerechnung und die Erfüllung von Fördervoraussetzungen – nicht der Laborwert aus dem Prospekt.
Quellen & Verweise
- Umweltbundesamt — Umgebungswärme und Wärmepumpen. umweltbundesamt.de · Abruf
Häufige Fragen zu Leistungszahl (COP)
Was bedeutet ein COP von 4?
Die Wärmepumpe gibt am geprüften Betriebspunkt viermal so viel Wärmeleistung ab, wie sie elektrische Leistung aufnimmt – aus 1 Kilowatt Strom werden 4 Kilowatt Wärme. Der Wert gilt allerdings nur für die konkrete Prüfbedingung, etwa A7/W35 (7 Grad Außenluft, 35 Grad Vorlauf). Bei kälterer Quelle oder höherer Vorlauftemperatur sinkt die Leistungszahl.
Ist der COP dasselbe wie die Jahresarbeitszahl?
Nein. Der COP ist ein Laborwert für einen einzigen Betriebspunkt nach EN 14511. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt die real gemessene Effizienz der Anlage im konkreten Gebäude über ein ganzes Jahr – inklusive Teillast, Abtauung, Warmwasser und Hilfsstrom. Dazwischen steht der SCOP nach EN 14825 als saisonal gewichteter Laborwert über mehrere Betriebspunkte.
Welcher Wärmepumpentyp hat die höchste Leistungszahl?
Eine allgemeingültige Rangliste gibt es nicht. Warme, stabile Quellen und niedrige Heiztemperaturen begünstigen die Effizienz. Zum Vergleich müssen Prüfpunkt, Hilfsenergie, Wärmebedarf und Gesamtkosten übereinstimmen.
Reicht ein hoher COP als Kaufkriterium?
Nein. Der COP gilt nur für den Laborprüfpunkt – meist 35 Grad Vorlauf, wie bei Fußbodenheizungen. Bestandsgebäude mit Heizkörpern benötigen oft deutlich höhere Vorlauftemperaturen, wodurch die reale Effizienz erheblich unter dem Katalogwert liegt. Verlangen Sie eine Jahresarbeitszahl-Prognose für Ihre konkrete Gebäudesituation und lassen Sie prüfen, ob sich die Vorlauftemperatur senken lässt.
