Energie-Glossar · K

Kurzschlussleistung

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Die Kurzschlussleistung ist eine rechnerische Kenngröße für die Stärke eines elektrischen Netzes an einem bestimmten Punkt. Sie verknüpft die Nennspannung mit dem für einen festgelegten Fehlerfall berechneten Kurzschlussstrom. Sie ist keine im Normalbetrieb nutzbare Anschlussleistung.

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Kurzschlussleistung beschreibt Netzstärke

Elektrischer Widerstand des NetzesNetzimpedanz
Möglicher KurzschlussstromFehlerstrom
Schutz und FestigkeitAuslegung
Spannungsänderungen bewertenBetrieb
Ein hoher Wert kann geringe Spannungsänderung bedeuten, verlangt aber passende Kurzschlussfestigkeit.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Kurzschlussleistung

  • Der Wert gilt für einen bestimmten Netzpunkt und angenommenen Schaltzustand.
  • Ausreichende Fehlerströme sind für Schutz und Spannungsstützung wichtig.
  • Zu hohe Fehlerströme können die Belastbarkeit von Betriebsmitteln überschreiten.
  • Eine Anschlussprüfung benötigt zusätzlich Lastfluss-, Schutz- und gegebenenfalls Stabilitätsuntersuchungen.

Was beschreibt die Kenngröße?

Die Kurzschlussleistung beschreibt, wie das vorgelagerte Netz auf einen Fehler am betrachteten Punkt reagiert. Sie hängt unter anderem von Leitungen, Transformatoren, speisenden Anlagen und dem Schaltzustand ab. Eine Berechnung muss deshalb ihren Bezugspunkt und ihre Annahmen nennen. Der Wert bezeichnet nicht die elektrische Leistung, die an einer Fehlerstelle tatsächlich in Wärme umgesetzt wird.

Warum sind sowohl hohe als auch niedrige Werte relevant?

Nach VDE FNN unterstützt ausreichende Kurzschlussleistung die sichere Fehlererkennung und die dynamische Spannungsstützung. Andererseits müssen Schaltgeräte den Fehlerstrom abschalten und Betriebsmittel dessen Beanspruchung aushalten können. Die Planung sucht daher einen abgestimmten Bereich, keinen möglichst hohen Wert um jeden Preis.

Welche Rolle spielen Erzeugungsanlagen?

Rotierende Maschinen und leistungselektronisch gekoppelte Anlagen verhalten sich im Fehlerfall unterschiedlich. Bei Wechselrichtern sind Strombegrenzung, Regelung und technische Auslegung entscheidend. Aus der installierten PV- oder Windleistung allein lässt sich ihr Kurzschlussbeitrag nicht ableiten. Auch eine netzbildende Regelung ersetzt nicht die Prüfung der tatsächlichen Stromgrenzen.

Für ein Anschlussprojekt sind die vom Netzbetreiber bereitgestellten Netzdaten und die Herstellerangaben der Anlage zusammenzuführen. Eine hohe Kurzschlussleistung allein garantiert weder freie Anschlusskapazität noch zulässige Spannungsänderungen. Notwendige Maßnahmen können erst aus den konkreten Berechnungen und Schutzanforderungen abgeleitet werden.

Quellen & Verweise

  1. VDE FNN — VDE FNN: Spannungshaltung. vde.com · Abruf
  2. VDE FNN — VDE FNN: Studie zur Inselnetzerkennung. vde.com · Abruf

Häufige Fragen zu Kurzschlussleistung

Ist Kurzschlussleistung die verfügbare Anschlussleistung?

Nein. Sie beschreibt das Netzverhalten im definierten Fehlerfall. Die zulässige Entnahme- oder Einspeiseleistung wird gesondert geprüft.

Ist mehr Kurzschlussleistung immer besser?

Nein. Zu hohe Fehlerströme können die zulässige Beanspruchung und das Abschaltvermögen überschreiten.

Kann ein Wechselrichter zur Fehlerstützung beitragen?

Ja, im Rahmen seiner technischen Auslegung und Regelung. Beitrag und Dauer sind anlagenspezifisch zu bewerten.

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