Energie-Glossar · K

Klimabereinigung

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Klimabereinigung rechnet den witterungsabhängigen Anteil des Energieverbrauchs auf ein festgelegtes Referenzklima um. So lässt sich beispielsweise der Heizverbrauch verschiedener Jahre besser vergleichen. Änderungen der Nutzung oder der Anlagentechnik werden dadurch nicht automatisch herausgerechnet.

Belegt durch:opendata.dwd.de 1gesetze-im-internet.de 2

Heizverbrauch mit Wetterbezug vergleichen

Heizanteil abgrenzenVerbrauch
Passenden Klimafaktor wählenWetter
Einheitlichen Bezug herstellenBereinigung
Nutzungsänderungen berücksichtigenVergleich
Nur der witterungsabhängige Verbrauch wird passend bereinigt; Nutzungseinflüsse bleiben gesondert zu prüfen.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Klimabereinigung

  • Heizenergie und witterungsunabhängigen Verbrauch getrennt betrachten.
  • DWD-Klimafaktoren gelten für einen bestimmten Ort und zwölfmonatigen Zeitraum.
  • Für Energieverbrauchsausweise dient das Referenzklima Potsdam TRY 2011 als Bezug.
  • Ein bereinigter Verbrauch ist eine Vergleichsgröße, keine neue Verbrauchsabrechnung.

Warum ist eine Bereinigung sinnvoll?

Ein kalter Winter kann den Heizverbrauch erhöhen, obwohl das Gebäude und die Raumtemperaturen gleich geblieben sind. Ein milder Winter kann umgekehrt eine Einsparung vortäuschen. Die Bereinigung vermindert diesen Wettereffekt. Erst danach ist ein Vergleich vor und nach einer Sanierung sinnvoll; auch Belegung, Nutzungszeiten und beheizte Fläche müssen dabei vergleichbar sein.

Wie wird gerechnet?

Bei der Methode mit Klimafaktoren wird der witterungsabhängige Heizverbrauch mit dem passenden Faktor multipliziert. Der DWD bildet diesen aus den Gradtagen des Referenzklimas und denen des jeweiligen Standorts und Zeitraums. Die veröffentlichten Faktoren beziehen sich auf zwölf Monate und Postleitzahlgebiete. Abrechnungszeitraum und Faktor müssen zusammenpassen.

Warmwasser, Prozesswärme und andere weitgehend witterungsunabhängige Anteile dürfen nicht pauschal mit dem Heizfaktor verändert werden. Bei einer gemeinsamen Erfassung sind sie nach dem einschlägigen Verfahren abzugrenzen. Im Energieverbrauchsausweis verlangt § 82 GModG die Witterungsbereinigung der Heizung; zudem gelten eigene Regeln zur Datenbasis und zum Leerstand.

Was sagt das Ergebnis aus?

Ein niedrigerer bereinigter Verbrauch ist ein Hinweis auf eine Veränderung, erklärt aber deren Ursache nicht allein. Andere Raumtemperaturen, Leerstand oder Betriebszeiten können ebenfalls wirken. Für ein belastbares Controlling sollten Rohverbrauch, abgegrenzter Heizanteil, verwendeter Faktor und Änderungen der Nutzung dokumentiert werden. Aus Energiekosten lässt sich ohne Trennung von Mengen und Preisen kein bereinigter Verbrauch ableiten.

Quellen & Verweise

  1. Deutscher Wetterdienst — DWD: Klimafaktoren zur Witterungsbereinigung. opendata.dwd.de · Abruf
  2. Bundesministerium der Justiz — GModG § 82: Energieverbrauchsausweis. gesetze-im-internet.de · Abruf

Häufige Fragen zu Klimabereinigung

Wird dadurch meine Heizkostenabrechnung geändert?

Nein. Die Bereinigung dient dem Vergleich oder einem vorgeschriebenen Kennwert. Sie ersetzt weder gemessene Verbräuche noch die Regeln der Heizkostenabrechnung.

Ist Klimabereinigung auch bei Strom sinnvoll?

Wenn Strom zum Heizen oder Kühlen eingesetzt wird, kann eine passende Wetterbereinigung sinnvoll sein. Ein Heizklimafaktor eignet sich aber nicht pauschal für den gesamten Stromverbrauch oder den Kühlbedarf.

Beweist ein Rückgang den Erfolg einer Sanierung?

Nicht allein. Zusätzlich sind beispielsweise Nutzung, Belegung, Raumtemperaturen und die Vergleichszeiträume zu prüfen.

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