Energie-Glossar · V

Volllaststunden

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Volllaststunden sind eine rechnerische Kennzahl: Die in einem Zeitraum erzeugte Energie wird durch die zugehörige Nennleistung geteilt. Das Ergebnis entspricht der Zeit, die eine Anlage bei dieser Leistung für dieselbe Energiemenge benötigen würde.

Belegt durch:bdew.de 1

Rechenbeispiel für ein Jahr

Eingaben

Energie100.000 kWh
Nennleistung100 kW

Ergebnis

Division100.000 / 100
Volllaststunden1.000 h
Rechenbeispiel für ein Jahr. Schematische Gegenüberstellung; konkrete Bedingungen sind gesondert zu prüfen.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Volllaststunden

  • Formel: Energie in kWh geteilt durch Leistung in kW.
  • Volllaststunden sind keine gemessenen Betriebsstunden.
  • Zeitraum und Leistungsbezug müssen vergleichbar sein.
  • Wetter, Verfügbarkeit und Abregelung beeinflussen die Kennzahl.

Wie funktioniert die Rechnung?

Ein Rechenbeispiel: 100.000 kWh Jahresenergie geteilt durch 100 kW Nennleistung ergeben 1.000 Volllaststunden. Die Anlage muss dafür nicht tatsächlich 1.000 Stunden mit voller Leistung betrieben worden sein. Viele Stunden bei Teillast können denselben Jahreswert ergeben.

Wie hängt der Kapazitätsfaktor damit zusammen?

Teilt man die Volllaststunden durch die Stunden des betrachteten Zeitraums, erhält man bei gleichem Leistungsbezug den Kapazitätsfaktor. Ein normales Kalenderjahr umfasst 8.760 Stunden, ein Schaltjahr 8.784. Bei einem Anlagenzubau innerhalb des Jahres müssen Bezugsleistung und Zeitraum besonders sorgfältig gewählt werden.

Was erklärt einen Unterschied?

Der BDEW verwendet die Kennzahl unter anderem zur Einordnung wetterabhängiger erneuerbarer Erzeugung. Für eine einzelne Anlage können außerdem technische Ausfälle, Abschaltungen und veränderte Betriebsweisen relevant sein. Ein Rückgang beweist deshalb weder einen Defekt noch allein eine schlechtere Wetterlage.

Wie nutzen Sie den Wert?

Vergleichen Sie gleichartige Anlagen und dokumentieren Sie Erzeugungszählung, Nennleistung und Zeitraum. Eine PV-Modulleistung auf der Gleichstromseite darf nicht stillschweigend mit einer Wechselrichterleistung auf der Wechselstromseite vertauscht werden. Für Wirtschaftlichkeitsrechnungen zählen zusätzlich zeitabhängige Erlöse und Kosten. Hohe Volllaststunden allein garantieren keinen höheren Gewinn. Benutzungsstunden beim Verbrauch verwenden dagegen typischerweise die höchste Bezugsleistung als Nenner.

Quellen & Verweise

  1. BDEW — BDEW – Kennzahlen erneuerbarer Stromerzeugung. bdew.de · Abruf

Häufige Fragen zu Volllaststunden

Sind 1.000 Volllaststunden gleich 1.000 Betriebsstunden?

Nein. Die Kennzahl fasst die Energie rechnerisch zu Stunden bei Nennleistung zusammen.

Sind niedrige Volllaststunden immer ein technischer Fehler?

Nein. Wetter, Betriebsweise und Anlagenverfügbarkeit müssen gemeinsam betrachtet werden.

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