Energie-Glossar · U

Unterzählerkonzept

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Ein Unterzählerkonzept legt fest, wie Teilverbräuche innerhalb einer Anlage oder Liegenschaft zusätzlich erfasst werden. Messaufgabe, Abrechnungsmodell und rechtliche Anforderungen bestimmen, welche Geräte eingesetzt werden und wie die Werte verwendet werden dürfen.

Belegt durch:gesetze-im-internet.de 1gesetze-im-internet.de 2

Messung und Zuordnung zusammen planen

Welcher Verbrauch wird erfasst?Messgrenze
Eignung für den VerwendungszweckZähler
Nachvollziehbare Zuordnung der WerteAbrechnung
Messung und Zuordnung zusammen planen. Schematische Einordnung der im Text erläuterten Zusammenhänge.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Unterzählerkonzept

  • Haupt- und Unterzähler messen möglicherweise unterschiedliche Bilanzgrenzen.
  • Strommessung und Heizkostenverteilung folgen unterschiedlichen Regeln.
  • Eine interne Messung ist nicht automatisch für eine Abrechnung geeignet.
  • Geräte, Zeiträume und Zuständigkeiten müssen dokumentiert sein.

Welche Aufgabe hat die zusätzliche Messung?

Unterzähler können Verbrauchsbereiche getrennt sichtbar machen. Vor der Gerätewahl ist zu klären, ob die Werte nur dem Betrieb dienen oder gegenüber Dritten abgerechnet werden sollen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an Nachweise, Messung und Datenverarbeitung.

Welche Regeln gelten für Abrechnungen?

Im Anwendungsbereich des Mess- und Eichrechts sind die Anforderungen an die verwendeten Messgeräte einzuhalten. Die Bezeichnung Unterzähler begründet keine Ausnahme. Bei Heizkosten sind außerdem die zulässigen Erfassungssysteme nach HeizkostenV zu beachten: Ein Heizkostenverteiler ist nicht einfach mit einem geeichten Wärmezähler gleichzusetzen.

Warum stimmen Summen nicht immer überein?

Vor einem Vergleich müssen Zeitraum, Einheit und erfasste Verbraucher übereinstimmen. Zusätzlich können nicht erfasste Verbräuche, Verluste, unterschiedliche Ablesezeitpunkte und Messabweichungen eine Rolle spielen. Eine Differenz darf nicht ohne nachvollziehbare Grundlage einer einzelnen Nutzergruppe zugeschlagen werden.

Was verlangt die HeizkostenV bei unterschiedlicher Ausstattung?

§ 5 Absatz 7 verlangt eine Vorerfassung der Anteile von Nutzergruppen, deren Verbrauch jeweils mit gleicher Ausstattung erfasst wird, wenn innerhalb der versorgten Anlage unterschiedliche Ausstattungen verwendet werden. Diese Regel erklärt nicht pauschal jede Differenz zwischen Haupt- und Unterzählern. Planung und Kostenverteilung sind getrennt zu prüfen.

Was gehört in die Dokumentation?

Halten Sie Gerätekennzeichen, Einbauort, Messaufgabe, Ableseturnus, maßgebliche Fristen und Zuständigkeit fest. Bei Strommodellen muss zusätzlich geklärt werden, welche Messung am Energiemarkt verwendet wird. Aus der Lage hinter einem Hauptzähler folgt nicht automatisch, dass alle nachgelagerten Messungen außerhalb regulierter Marktprozesse liegen.

Quellen & Verweise

  1. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz — § 31 MessEG – Verwendung von Messgeräten. gesetze-im-internet.de · Abruf
  2. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz — HeizkostenV – insbesondere § 5. gesetze-im-internet.de · Abruf

Häufige Fragen zu Unterzählerkonzept

Ist jeder Unterzähler frei von Eichanforderungen?

Nein. Der Verwendungszweck und der Anwendungsbereich des Messrechts sind entscheidend.

Ist ein virtueller Summenzähler dasselbe?

Nein. Rechnerische Summenbildung ist eine andere Gestaltung des Messkonzepts und benötigt die dafür vorgesehenen Voraussetzungen.

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe mit U

U-WertDer U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist ein Kennwert für den Wärmeverlust eines Bauteils pro Flächeneinheit und Temperaturunterschied, angegeben in W/(m²·K). Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung.USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung)Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) versorgt angeschlossene Verbraucher bei bestimmten Störungen des Stromnetzes weiter. Welche Störungen sie ausgleicht, welche Umschaltzeit entsteht und wie lange sie versorgt, hängt von Bauart, Betriebsmodus, Speicher und Last ab.UTILMDUTILMD ist ein Nachrichtentyp für Stammdaten in der elektronischen Marktkommunikation der Energiewirtschaft. Welche Angaben wie übermittelt werden, bestimmen das jeweils geltende Anwendungshandbuch, die Nachrichtenspezifikation und der konkrete Geschäftsprozess.UnbundlingUnbundling bezeichnet die Entflechtung von Netzbetrieb und Energieerzeugung bzw. -vertrieb: Der regulierte Netzbetrieb muss von den wettbewerblichen Aktivitäten eines Energieunternehmens getrennt werden. Ziel ist es, Diskriminierung beim Netzzugang zu verhindern und fairen Wettbewerb zu sichern.Uniform Pricing (Einheitspreisverfahren)Uniform Pricing bezeichnet ein Einheitspreisverfahren. In einer Stromauktion gilt für angenommene Gebote derselbe Markträumungspreis innerhalb der jeweiligen Gebotszone und Lieferperiode. Das ist nicht gleichbedeutend mit einem europaweit einheitlichen Preis.UnionsregisterDas Unionsregister ist das elektronische Kontensystem des europäischen Emissionshandels. Es erfasst Berechtigungen, Übertragungen und Angaben zur Erfüllung von Pflichten. Es ist von einem Handelsplatz für den Kauf und Verkauf von Berechtigungen zu unterscheiden.
Erstgespräch