Energie-Glossar · V

Versorgungszuverlässigkeit

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Versorgungszuverlässigkeit beschreibt, wie beständig eine Energieversorgung verfügbar ist. Unterbrechungsdauer und -häufigkeit sind wichtige Kennzahlen; sie bilden jedoch nicht jede Störung der Spannungsqualität oder das Risiko eines einzelnen Standorts ab.

Belegt durch:bundesnetzagentur.de 1bundesnetzagentur.de 2eaton.com 3

Statistik und Standort

SAIDI

BetrachtungJahresdurchschnitt
ErfassungDefinierte Unterbrechungen

Betrieb

BetrachtungKonkrete Lasten
ErfassungAuch kurze Störungen relevant
Statistik und Standort. Schematische Gegenüberstellung; konkrete Bedingungen sind gesondert zu prüfen.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Versorgungszuverlässigkeit

  • Durchschnittswerte sind keine Zusage für einen einzelnen Anschluss.
  • Der deutsche Strom-SAIDI nach EnWG erfasst bestimmte ungeplante Ausfälle über drei Minuten.
  • Kurzunterbrechungen und Spannungseinbrüche sind zusätzlich zu betrachten.
  • Schutzmaßnahmen richten sich nach Lasten, Ausfallfolgen und erforderlicher Dauer.

Was zeigt der SAIDI?

Der SAIDI beschreibt eine durchschnittliche Unterbrechungsdauer. Für die deutsche EnWG-Auswertung berücksichtigt die Bundesnetzagentur bestimmte ungeplante Stromunterbrechungen von mehr als drei Minuten. Ereignisse höherer Gewalt sind ausgenommen. Die Kennzahl ist deshalb nicht mit der Summe sämtlicher Störungen gleichzusetzen. Für das Qualitätselement der Anreizregulierung wird eine abweichend definierte Kennzahl verwendet.

Welche veröffentlichten Zahlen sind belegt?

Für das Berichtsjahr 2024 meldete die Bundesnetzagentur durchschnittlich 11,7 Minuten Nichtverfügbarkeit je Letztverbraucher, nach 12,8 Minuten im Jahr 2023. Das sind historische Jahreswerte. Sie erlauben keine Prognose für einen bestimmten Standort und sind kein alleiniger Nachweis für die Auswirkungen einzelner Technologien.

Was sollten Betriebe prüfen?

Dokumentieren Sie empfindliche Verbraucher, tolerierbare Unterbrechungsdauer und mögliche Ausfallfolgen. Ergänzen Sie lokale Ereignisdaten und gegebenenfalls Messungen der Spannungsqualität. Auch ein Ereignis, das für den bundesweiten SAIDI nicht zählt, kann einen Prozess stoppen.

Wie lässt sich der Betrieb absichern?

USV, Ersatzstrom und ein angepasstes Anschlusskonzept können je nach Bedarf eingesetzt werden. Deren Leistung, Betriebsart und Überbrückungsdauer sind gesondert auszulegen. Eine USV ist nicht grundsätzlich auf wenige Minuten begrenzt; ebenso garantiert ein zusätzlicher Anschluss keine vollständige Unabhängigkeit gemeinsamer Netzabschnitte.

Quellen & Verweise

  1. Bundesnetzagentur — Kennzahlen der Versorgungsunterbrechungen Strom. bundesnetzagentur.de · Abruf
  2. Bundesnetzagentur — Versorgungsunterbrechungen Strom 2024. bundesnetzagentur.de · Abruf
  3. Eaton — Types of UPS systems. eaton.com · Abruf

Häufige Fragen zu Versorgungszuverlässigkeit

Ist ein niedriger SAIDI eine Ausfallgarantie?

Nein. Er beschreibt einen Durchschnitt nach einer festgelegten Berechnungsmethode.

Zählen kurze Spannungseinbrüche mit?

Die genannte EnWG-Kennzahl erfasst sie nicht als Unterbrechungen über drei Minuten. Für empfindliche Geräte können sie dennoch relevant sein.

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe mit V

VDE-AR-N (Anwendungsregel)VDE-AR-N bezeichnet Anwendungsregeln für Stromnetze. Dazu gehören die Technischen Anschlussregeln, die Anforderungen an Kundenanlagen und Erzeugungsanlagen nach Netzebene und Anwendungsfall konkretisieren.VDE-AR-N 4105 / VDE-AR-N 4110VDE-AR-N 4105 regelt Erzeugungsanlagen am Niederspannungsanschluss, VDE-AR-N 4110 Kundenanlagen am Mittelspannungsanschluss. FRT-, Einheiten- und Anlagenzertifikatsanforderungen hängen zusätzlich von Leistung und konkretem Anwendungsfall ab; die Netzanschlussebene allein bildet nicht alle Zertifizierungsanforderungen ab.Value-at-Risk (VaR)Value-at-Risk (VaR) bezeichnet ein Verlustquantil für ein bestimmtes Portfolio, einen Zeithorizont und ein Konfidenzniveau. Die Kennzahl hängt vom verwendeten Modell ab und ist keine Obergrenze für tatsächlich mögliche Verluste.Variabler TarifBei einem variablen Energietarif ist der Preis nicht über den gesamten Vertragszeitraum unverändert festgeschrieben. Entscheidend sind die vereinbarte Preisbildung, Anpassungsintervalle und Vertragsbedingungen; der Begriff bezeichnet kein einheitliches Produkt.Vehicle-to-Grid (V2G)Vehicle-to-Grid (V2G) bezeichnet die bidirektionale Nutzung von Elektroauto-Batterien als mobile Stromspeicher: Die Fahrzeuge laden nicht nur, sondern speisen bei Bedarf auch Strom zurück ins Netz. E-Autos werden so zu dezentralen Flexibilitätsressourcen im Energiesystem.Vehicle-to-Home (V2H)Vehicle-to-Home (V2H) nutzt Energie aus einer geeigneten Fahrzeugbatterie für Verbraucher im Gebäude. Netzparalleler Betrieb und Ersatzstrom bei getrenntem Netz sind unterschiedliche Anwendungen und benötigen jeweils passende Technik.
Erstgespräch