Energie-Glossar · O

Open Position

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Eine offene Position bezeichnet im Beschaffungskontext eine noch nicht ausreichend abgesicherte Preis- oder Mengenexposition. Eine reine Mengendifferenz ist ein hilfreicher Ausgangspunkt, bildet aber Profil-, Index- und Vertragsrisiken nicht vollständig ab.

Belegt durch:acer.europa.eu 1bis.org 2business.ewe.de 3

Einfache Mengenbetrachtung

Bedarf

Beispiel100 GWh
PrüfungZeitliches Profil

Eindeckung

Beispiel70 GWh
Rest30 GWh vor weiteren Anpassungen
Einfache Mengenbetrachtung. Schematische Gegenüberstellung; konkrete Bedingungen sind gesondert zu prüfen.[3]

Die wichtigsten Informationen zu Open Position

  • Erwarteter Bedarf und eingedeckte Mengen sind zeitlich passend abzugleichen.
  • Eine Jahresmenge kann trotz rechnerischer Deckung Profilrisiken enthalten.
  • Ein Festpreis sichert nur den vertraglich erfassten Umfang.
  • Limits und Reaktionen werden ausdrücklich vereinbart.

Wie sieht ein einfaches Beispiel aus?

Bei 100 GWh erwartetem Bedarf und 70 GWh passender Eindeckung verbleiben rechnerisch 30 GWh. Steigt der Preis dieser Restmenge gleichmäßig um 10 Euro je MWh, erhöht sich ihr Beschaffungswert um 300.000 Euro. Das ist ein vereinfachtes Rechenbeispiel ohne Profilabweichungen, Gebühren oder weitere Absicherungseffekte.

Warum reicht die Jahresbilanz nicht?

Verbrauch und Beschaffungsprodukte müssen in den jeweiligen Lieferperioden zusammenpassen. Zudem können Preisindizes, Regionen und Mengenoptionen voneinander abweichen. Überschüsse in einer Periode beseitigen einen Fehlbedarf in einer anderen nicht automatisch ohne weitere Geschäfte.

Wie lässt sich die Position steuern?

Ein Deckungsbericht sollte Prognose, fixierte Mengen, Restposition und Bewertungsannahmen zeigen. Risikokennzahlen wie VaR ergänzen diese Sicht, garantieren aber keine Verlustobergrenze. Das Unternehmen legt Zuständigkeiten, Limits und Reaktionen fest; die Kennzahl selbst löst kein zwangsläufiges Geschäft aus.

Was bewirken Festpreis und Tranchen?

Ein Festpreis begrenzt das Preisrisiko für die vereinbarten Mengen und Bedingungen. Mehrverbrauch, Weitergabeklauseln oder ein Lieferantenausfall können dennoch Risiken erzeugen. Tranchen verteilen Fixierungszeitpunkte, garantieren aber weder den Marktdurchschnitt noch eine günstigere Beschaffung. Kurzfristige Prognoseänderungen erfordern weiterhin passende Prozesse.

Quellen & Verweise

  1. ACER — REMIT Data collection. acer.europa.eu · Abruf
  2. Basel Committee / BIS — Basel Framework – Market risk. bis.org · Abruf
  3. EWE — Strukturierte Strombeschaffung. business.ewe.de · Abruf

Häufige Fragen zu Open Position

Kann auch Überbeschaffung eine offene Position erzeugen?

Ja. Überschüssige Mengen können ein Preisrisiko beim späteren Verkauf bedeuten.

Ist eine offene Position dasselbe wie eine Bilanzkreisabweichung?

Nein. Die Beschaffungsposition und die tatsächliche Abweichung im Bilanzierungszeitraum sind unterschiedliche Betrachtungen.

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe mit O

OCPPOCPP (Open Charge Point Protocol) ist ein herstellerunabhängiges Kommunikationsprotokoll zwischen Ladepunkten und dem zentralen Lademanagementsystem eines Betreibers. Es ermöglicht, Ladesäulen unterschiedlicher Hersteller mit Backend-Systemen verschiedener Anbieter zu verbinden, ohne an einen bestimmten Hersteller gebunden zu sein.OMS (Open Metering System)OMS (Open Metering System) ist eine herstellerübergreifende Spezifikation für die Kommunikation von Verbrauchszählern, unter anderem für Strom, Gas, Wasser und Wärme. Sie baut auf M-Bus auf und umfasst drahtgebundene sowie drahtlose Kommunikation. Gemeinsame Profile erleichtern die Kombination geeigneter Geräte verschiedener Hersteller.OTC-ClearingOTC-Clearing bezeichnet das Clearing außerbörslich vereinbarter Geschäfte über eine zentrale Gegenpartei. Nach Annahme des Geschäfts übernimmt die CCP die im Clearingregelwerk bestimmte Gegenparteifunktion. Der Vorgang vermindert bilaterale Kreditrisiken, erfordert aber Sicherheiten und beseitigt nicht sämtliche Risiken.OTC-HandelOTC-Handel bezeichnet außerbörslich vereinbarte Geschäfte, etwa direkt zwischen Marktparteien oder über Vermittler. Der Abschlussweg sagt noch nicht, ob das Geschäft später zentral gecleart wird oder welche regulatorischen Pflichten gelten.OberschwingungenOberschwingungen sind Frequenzanteile im Stromnetz, die ein ganzzahliges Vielfaches der Grundfrequenz von 50 Hz darstellen, etwa 150 Hz oder 250 Hz. Sie entstehen durch nichtlineare Verbraucher und können über die Netzimpedanz auch die Spannungsform verzerren.Offshore-NetzumlageDie Offshore-Netzumlage finanziert bestimmte Kosten der Netzanbindung von Offshore-Windparks sowie gesetzliche Entschädigungszahlungen. Für nicht privilegierte Letztverbräuche beträgt sie 2026 netto 0,941 Cent je Kilowattstunde. Grundlage sind § 12 EnFG in Verbindung mit § 17f EnWG.
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