Energie-Glossar · C

CCS (Carbon Capture and Storage)

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

CCS (Carbon Capture and Storage) bezeichnet die Abscheidung von Kohlendioxid, seinen Transport und die dauerhafte geologische Speicherung. Bei fossilen Industriequellen kann dies Emissionen in die Atmosphäre mindern. Es ist nicht automatisch eine Entnahme bereits in der Atmosphäre vorhandenen CO₂.

Belegt durch:umweltbundesamt.de 1gesetze-im-internet.de 2

CCS vs. CCU

CCS (Storage)

Verbleib CO₂geologisch gespeichert
Zieldauerhafte Speicherung

CCU (Utilization)

Verbleib CO₂genutzt, z. B. Kraftstoffe
Speicherungproduktabhängige Dauer
CCS: geologische Speicherung; CCU: Nutzung, deren Bindungsdauer vom Produkt abhängt. Abscheidung fossilen CO₂ ist keine atmosphärische Entnahme.[1]

Die wichtigsten Informationen zu CCS (Carbon Capture and Storage)

  • Kette aus Abscheidung, Transport und geologischer Speicherung
  • Deutscher Rechtsrahmen: Kohlendioxid-Speicherung-und-Transport-Gesetz (KSpTG)
  • Länder können unter gesetzlichen Voraussetzungen Speicherung auf dem Festland zulassen
  • Klimawirkung hängt auch von Abscheiderate, Energiebedarf, Transport und dauerhafter Speicherung ab

Was passiert mit dem Kohlendioxid?

CO₂ wird etwa aus Industrieabgasen abgetrennt, für den Transport aufbereitet und in geeignete geologische Formationen eingebracht. Abscheidung, Transport und Speicher müssen gemeinsam geplant werden; eine Abscheideanlage allein verhindert noch keine spätere Freisetzung.

Bei prozessbedingten Emissionen, etwa aus der Kalksteinverarbeitung, kann CCS eine Minderungsoption sein. Die gesamte Klimabilanz berücksichtigt auch verbleibende Emissionen und den zusätzlichen Energiebedarf. Der Kauf von Emissionszertifikaten ist dagegen keine technische Emissionsminderung.

Was gilt in Deutschland?

Das KSpTG regelt dauerhafte Speicherung und Transport. Die frühere Aussage, Speicherung sei ausnahmslos auf Offshore-Gebiete beschränkt, ist nicht richtig: § 2 Absatz 5 eröffnet den Ländern eine Zulassungsmöglichkeit für ihr Festlandsgebiet. Daraus folgt keine allgemeine Erlaubnis für jedes Projekt.

Konkrete Vorhaben benötigen die einschlägigen Untersuchungen, Genehmigungen und Nachweise. Auch bei vorhandenem Rechtsrahmen müssen Transportweg, Speicherzugang, Kapazität, Überwachung und Verantwortlichkeiten vertraglich gesichert werden.

Wie unterscheidet sich CCU?

CCU nutzt abgeschiedenes CO₂ als Rohstoff. Bei Kraftstoffen wird es später gewöhnlich wieder freigesetzt; andere Produkte können Kohlenstoff länger binden. Die Klimawirkung hängt deshalb von Anwendung und Lebenszyklus ab, nicht allein vom Etikett CCU.

Für Unternehmen sind technische Machbarkeit, gesamte Kosten, verbleibende Emissionen und regulatorische Anerkennung getrennt zu bewerten. Eine verfügbare Anlage im Ausland bedeutet nicht automatisch, dass für einen eigenen Standort ein gesicherter Transport- und Speicherpfad besteht.

Quellen & Verweise

  1. Umweltbundesamt — Carbon Capture and Storage | Umweltbundesamt. umweltbundesamt.de · Abruf
  2. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz — KSpTG § 2 – Geltungsbereich. gesetze-im-internet.de · Abruf

Häufige Fragen zu CCS (Carbon Capture and Storage)

Ist Speicherung an Land immer verboten?

Nein. § 2 Absatz 5 KSpTG ermöglicht den Ländern, Speicherung in ihrem Festlandsgebiet zuzulassen. Projektbezogene Voraussetzungen und Genehmigungen bleiben erforderlich.

Ist CCS eine CO₂-Entnahme aus der Luft?

Bei Abscheidung fossiler Abgase grundsätzlich nicht: Es wird eine Freisetzung vermieden. Eine atmosphärische Entnahme erfordert eine entsprechende CO₂-Herkunft und dauerhaft negative Gesamtbilanz.

Ist CCU immer klimaneutral?

Nein. Entscheidend sind Herkunft, Prozessenergie, Bindungsdauer und spätere Freisetzung des Kohlenstoffs.

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