PV, Mieterstrom & E-Mobilität im Gebäude

Wärmepumpe und Wallbox: Netzentgeltmodule vergleichen

Von Stand: Lesezeit ca. 2 Min.

Verantwortlicher Fachprüfer: Jona Langenwalder · Quellenabgleich mit KI-Unterstützung am

Kurz erklärt

Vergleichen Sie Netzentgeltmodule nur mit passender Messkonfiguration, lokalem Preisblatt und bestätigter Weitergabe im Liefervertrag. Modul 2 reduziert den Netzentgelt-Arbeitspreis, nicht den gesamten Strompreis. Modul 3 ergänzt Modul 1 und hängt von Zeitfenstern und Messung ab. Zusätzliche laufende und einmalige Kosten entscheiden den Vergleich mit.

Belegt durch:bundesnetzagentur.de 1

Eigenes Modul 1/2-Jahresmodell

150 €Modul 1 angenommen
100 €Modul 2 bei 3.000 kWh
220 €Modul 2 bei 5.000 kWh
Eigenes Rechenbeispiel mit den im Text genannten Annahmen; keine Marktpreise.[1]
Auf einen Blick
  • Modul 2 reduziert die Netzkomponente, nicht den ganzen Strompreis.
  • Modul 3 ergänzt nur Modul 1 und benötigt passende Zeit-/Messdaten.
  • Tatsächliche Weitergabe und Zusatzkosten im Liefervertrag prüfen.
Inhalt
  1. Welche Eingaben brauchen Sie?
  2. Was zeigen zwei Nutzungsprofile?
  3. Wie entscheiden Preisblatt und Vertrag?
  4. Arbeitshilfe herunterladen
  5. Wann unterstützt ENVA?
  6. Häufige Fragen
  7. Quellen & Verweise

Mit dem Netzentgeltrechner weiter unten können Sie eigene Preis- und Verbrauchsannahmen vergleichen.

Welche Eingaben brauchen Sie?

Die Bundesnetzagentur beschreibt Modul 1 als Pauschale, Modul 2 als Reduktion des Netzentgelt-Arbeitspreises auf 40 % mit separater Messung und Modul 3 als zeitvariable Ergänzung ausschließlich zu Modul 1. Modul 3 setzt eine geeignete Marktlokation ohne registrierende Leistungsmessung und ein intelligentes Messsystem voraus. Ob der Lieferant die Entlastung weitergibt, hängt insbesondere vom Vertrag ab.[1]

Preisblatt mit Netzbetreiber, Jahr, Steuerbasis, Pauschale, Standard-/Hoch-/Niedrigtarif und Zeitfenstern; Verbrauch je Raster; Anlage/Inbetriebnahme, MaLo und Messkonzept; Mehrkosten für Messung/Liefervertrag, Umbau und Steuerung. Keine alte bundesweite Eurospanne verwenden.

Was zeigen zwei Nutzungsprofile?

Eigener jährlicher Nettomodellvergleich: Netz-Arbeitspreis 10 ct, Modul 1-Pauschale 150 Euro, Modul 2-Mehrkosten 80 Euro. Profil A 3.000 kWh → Modul 2 Reduktion 180 − 80 = 100 Euro; Modul 1 ist im Modell 50 Euro besser. Profil B 5.000 → 300 − 80 = 220 Euro; Modul 2 ist 70 Euro besser. Tatsächliche Weitergabe hier jeweils 100 % angenommen; nicht bestätigte Weitergabe offen lassen.

Modul 3 Beispiel: 3.000 kWh, 1.500 zu 5 ct, 1.000 zu 10 ct, 500 zu 15 ct → 250 Euro Netzarbeit statt 300 Euro. Zusätzlich 150 Euro Pauschale → 200 Euro Reduktion, vor Mehrkosten. Bei anderer zeitlicher Verteilung kann Modul 3 nachteilig sein. Es wirkt im zutreffenden Fall auf die über die MaLo abgerechnete Netzmenge; Messkonfiguration nicht stillschweigend austauschen.

Wie entscheiden Preisblatt und Vertrag?

Notieren Sie Quelle, Abrechnungsjahr und Steuerbasis des Preisblatts. Prüfen Sie vor der Rechnung die Teilnahme- und Messvoraussetzungen. Nicht verfügbare Module scheiden aus. Für Modul 2 zählt der separat gemessene Geräteverbrauch; für Modul 3 der gesamte Netzbezug der betroffenen Marktlokation. Berücksichtigen Sie Investitionskosten zusätzlich als jährliche Annuität oder in einer gesonderten Rückflussrechnung. Holen Sie ein Angebot mit Weitergabeklausel und Messkosten ein und lassen Sie die Modulauswahl bestätigen.

Arbeitshilfe herunterladen

Netzentgeltmodule mit lokalem Preisblatt

Die CSV ist eine ausfüllbare Vorlage mit festen Beispielwerten beziehungsweise leeren Eingabefeldern. Sie enthält keine automatischen Formeln. Geänderte Zahlen rechnen Sie nach den im Text beschriebenen Formeln neu; leere Felder sind offene Angaben.

Wann unterstützt ENVA?

Die oben beschriebene Prüfung können Sie mit Ihren Unterlagen selbst durchführen. Mess- und Tarifkonzept prüfen lassen: Nennen Sie Ihr Anliegen und die offenen Punkte. Leistungsumfang und Entgelt werden vor einer Beauftragung geklärt.

Arbeitshilfe

Netzentgeltrechner §14a EnWG

Vergleichen Sie den jährlichen Nettovorteil der Module mit Werten aus Ihrem Preisblatt. Vorbelegt sind die Beispielwerte aus dem Artikel (Profil A). Ihre Eingaben bleiben in diesem Browser und werden nicht übertragen oder gespeichert.

Tarif, Zeitfenster, Weitergabe und Teilnahmevoraussetzungen sind Ihre Annahmen – das Tool ermittelt sie nicht automatisch. Ein Modul wird nur berechnet, wenn Sie bestätigen, dass Sie dessen Teilnahme- und Messvoraussetzungen geprüft haben.

Preisblatt und Liefervertrag

Anteil der Reduktion, der laut Vertrag bei Ihnen ankommt.

Modul 1 – pauschale Reduktion
Modul 2 – Arbeitspreis auf 40 % reduziert
Modul 3 – zeitvariables Netzentgelt (nur zusätzlich zu Modul 1)

Verteilung auf die Zeitfenster

Jährlicher Nettomodellvergleich ohne Investitions-, Umbau- und Steuerungskosten; diese berücksichtigen Sie zusätzlich als Annuität oder in einer gesonderten Rückflussrechnung. Steuerbasis wie im Preisblatt. Keine Rechts- oder Tarifberatung.

Quellen & Verweise

  1. Bundesnetzagentur — Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen. bundesnetzagentur.de · Abruf
FAQ

Häufige Fragen zu diesem Thema

Senkt Modul 2 meinen Strompreis um 60 %?

Nein. Nur der zutreffende Netzentgelt-Arbeitspreis wird auf 40 % reduziert; übrige Kosten bleiben.

Warum brauche ich meinen Liefervertrag?

Transparenter Ausweis und tatsächliche Weitergabe der Reduktion sind zu trennen; konkrete Klausel prüfen.

Ab wann ist Modul3 möglich und wann lohnt Modul2?

Modul3 wird seit1.April2025 angeboten, setzt aber die passende Messung und Teilnahme voraus und ergänzt nur Modul1. Modul2 lohnt sich im Vergleich, wenn die zusätzlich realisierte Arbeitspreisreduzierung nach Mehrkosten größer als die entgangene Modul1-Pauschale ist. Es gibt keinen für alle Häuser identischen Schwellenverbrauch; der Rechner nutzt Ihr Preisblatt und Ihren Geräteverbrauch.

Gründer & geschäftsführender Gesellschafter bei ENVA

Gründete ENVA 2020 und führt das Unternehmen mit dem Anspruch, Energie-Themen für Verwaltungen und Unternehmen radikal zu vereinfachen. Schwerpunkte: Energiemarkt, Marktkommunikation und digitale Energie-Prozesse.

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