Energie-Glossar · I

Initial Margin / Variation Margin

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Initial Margin sichert potenzielle künftige Wertänderungen offener Handelspositionen ab. Variation Margin gleicht bereits eingetretene Wertänderungen nach den geltenden Clearingregeln aus.

Belegt durch:ecc.de 1ecc.de 2

Zwei Aufgaben der Besicherung

Initial Margin

ZweckMögliche künftige Wertänderungen absichern
AnpassungRisikobasiert neu berechnet

Variation Margin

ZweckBereits eingetretene Wertänderungen ausgleichen
AnpassungNach laufender Bewertung
Vereinfachte Gegenüberstellung beim Clearing. Anforderungen und Zahlungszeitpunkte richten sich nach den Clearingregeln.[2]

Die wichtigsten Informationen zu Initial Margin / Variation Margin

  • Initial Margin ist eine risikobasierte Sicherheit und kann neu berechnet werden.
  • Variation Margin folgt der Bewertung der Positionen.
  • Höhe, Fristen und zulässige Sicherheiten ergeben sich aus den Clearing- und Vertragsregeln.
  • Liquiditätsbedarf und wirtschaftliche Absicherung sind getrennt zu planen.

Warum gibt es zwei Margin-Arten?

Eine Position kann sich seit der letzten Bewertung im Wert verändert haben und zugleich weiteren künftigen Wertänderungen ausgesetzt sein. Die beiden Margin-Arten erfüllen deshalb unterschiedliche Aufgaben. Initial Margin ist nicht lediglich eine einmalige Zahlung beim Handelsbeginn.

Wer ist betroffen?

Unmittelbare Anforderungen einer Clearingstelle richten sich nach dem Teilnehmermodell. Gegenüber Kunden können zusätzlich vertragliche Sicherheitenanforderungen bestehen. Deshalb ist die Aussage, ausschließlich direkt an der Börse handelnde Unternehmen müssten Sicherheiten stellen, zu pauschal.

Was gehört in die Liquiditätsplanung?

Prüfen Sie Bewertungsintervalle, mögliche Nachforderungen, akzeptierte Sicherheiten und Fristen. Auch ein wirtschaftlich sinnvoll abgesichertes Geschäft kann während seiner Laufzeit Liquidität binden.

Quellen & Verweise

  1. European Commodity Clearing — Margin Methodology. ecc.de · Abruf
  2. European Commodity Clearing AG — ECC Derivative Market Margining, Version 1.19. ecc.de · Abruf

Häufige Fragen zu Initial Margin / Variation Margin

Bleibt die Initial Margin konstant?

Nein. Sie kann sich mit Portfolio, Risikomodell und Marktbedingungen ändern.

Ersetzt Margin die Bewertung des Vertragspartners?

Nein. Sicherheiten sind ein Bestandteil des Risikomanagements und keine umfassende Garantie gegen alle Risiken.

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe mit I

IEC/EN 61000IEC/EN 61000 ist die internationale Normenreihe zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV). Sie legt fest, wie viel elektromagnetische Störung ein elektrisches Gerät aussenden darf (Störaussendung) und wie unempfindlich es gegenüber Störungen sein muss (Störfestigkeit) – von Oberschwingungen und Spannungseinbrüchen bis zu Überspannungen und Funkfeldern.IPCEIIPCEI steht für Important Project of Common European Interest, also ein wichtiges Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse. Der EU-Beihilferahmen ermöglicht Mitgliedstaaten die gezielte Unterstützung bedeutender grenzüberschreitender Innovations- oder Infrastrukturprojekte nach Genehmigung durch die Europäische Kommission.ISO 15118ISO 15118 ist die internationale Normenreihe für die digitale Kommunikation zwischen Elektrofahrzeug und Ladepunkt. Sie ist die technische Grundlage für Plug & Charge – das automatische Authentifizieren und Abrechnen beim Einstecken – sowie für intelligentes und bidirektionales Laden (Vehicle-to-Grid).ISO 50001ISO 50001 ist die internationale Norm für Energiemanagementsysteme (EnMS). Sie definiert Anforderungen an Aufbau, Betrieb und kontinuierliche Verbesserung eines EnMS und wird von akkreditierten Zertifizierungsstellen wie TÜV, DEKRA oder DNV zertifiziert.ImbalanceImbalance bedeutet Bilanzungleichgewicht. Im deutschen Strommarkt bezeichnet es den Saldo der bilanzierungsrelevanten Einspeisungen, Entnahmen und Handelsgeschäfte eines Bilanzkreises je Viertelstunde. Die Abrechnung erfolgt über Ausgleichsenergie; für Gas gelten andere Bilanzierungsregeln.Imbalance SettlementImbalance Settlement bezeichnet den finanziellen Ausgleichsprozess, bei dem Bilanzkreisabweichungen zwischen Bilanzkreisverantwortlichen und dem Übertragungsnetzbetreiber monetär abgerechnet werden. Grundlage ist der Ausgleichsenergiepreis (reBAP) der jeweiligen Viertelstunde.
Erstgespräch