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Primärenergiefaktor

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Ein Primärenergiefaktor setzt die bewertete Primärenergie eines Energieträgers ins Verhältnis zur bereitgestellten Endenergie. Für Gebäudenachweise nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals GEG) wird insbesondere der nicht erneuerbare Anteil nach § 22 und Anlage 4 verwendet.

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Wärmepumpenbeispiel mit JAZ 3

  1. 1 kWh Wärme
  2. ÷ JAZ 3
  3. 1/3 kWh Strom × 1,8
  4. 0,6 kWh Primärenergie
Vereinfachte, einheitliche Bilanz: 1 kWh Wärme benötigt 1/3 kWh Strom; multipliziert mit 1,8 ergibt das 0,6 kWh Primärenergie.[1]

Die wichtigsten Informationen zu Primärenergiefaktor

  • Anlage 4 nennt für Netzstrom 1,8 und für Erdgas 1,1.
  • Diese Zahlen bewerten den nicht erneuerbaren Primärenergieanteil.
  • Der Faktor ist weder ein Strompreis noch ein CO₂-Emissionsfaktor.
  • Für Fernwärme und bestimmte Sonderfälle gelten zusätzliche Regeln.

Was wird damit gerechnet?

Vereinfacht wird die Endenergie eines Energieträgers mit dem zugehörigen Faktor multipliziert. Bei mehreren Energieträgern werden die jeweiligen Beiträge innerhalb des vorgeschriebenen Berechnungsverfahrens zusammengeführt. Der Faktor berücksichtigt vorgelagerte Energieaufwendungen; der gesetzliche nicht erneuerbare Anteil ist von einer gesamten Primärenergiebilanz zu unterscheiden.

Wie wirken die Faktoren bei einer Wärmepumpe?

Eigenes vereinfachtes Beispiel: Bei einer Jahresarbeitszahl von 3 werden für 1 kWh abgegebene Wärme 1/3 kWh Strom benötigt. Mit dem Netzstromfaktor 1,8 ergibt das 0,6 kWh nicht erneuerbare Primärenergie je kWh Wärme. Es sind nicht 0,6 kWh Strom und anschließend nochmals 1,8 als Multiplikator anzusetzen.

Für einen Vergleich mit einem Gaskessel muss zusätzlich dessen Nutzungsgrad berücksichtigt werden. Der Faktor 1,1 gilt für die eingesetzte Gas-Endenergie, nicht unmittelbar für die abgegebene Nutzwärme. Diese vereinfachte Rechnung ersetzt keinen vollständigen Gebäudenachweis mit seinen Bilanzgrenzen und Anlagenansätzen.

Was ist bei Fernwärme anders?

§ 22 erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen einen vom Versorger ermittelten und veröffentlichten Faktor für das konkrete Wärmenetz. Dabei sind die gesetzliche Berechnungsmethode und weitere Grenzen zu beachten. Fehlt ein entsprechender veröffentlichter Wert, enthält das Gesetz einen Rückgriff auf die vorgesehenen Berechnungsverfahren. Eine beliebige Werbeangabe des Versorgers genügt deshalb nicht.

Was sagt ein niedriger Faktor nicht aus?

Ein niedriger nicht erneuerbarer Primärenergiefaktor bedeutet nicht automatisch niedrige Kosten, geringe Endenergie oder exakt entsprechend geringe Treibhausgasemissionen. Für Investitionen sind Energiebedarf, Anlagenleistung, Emissionsbilanz und Betriebskosten jeweils eigenständig zu betrachten. Förderprogramme haben außerdem eigene technische Bedingungen.

Quellen & Verweise

  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz — GModG Anlage 4: Primärenergiefaktoren. gesetze-im-internet.de · Abruf
  2. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz — GModG § 22: Primärenergiefaktoren. gesetze-im-internet.de · Abruf
  3. Fraunhofer ISE — Wärmepumpen: Bilanzgrenzen der Jahresarbeitszahl. wp-monitoring.ise.fraunhofer.de · Abruf

Häufige Fragen zu Primärenergiefaktor

Ist Primärenergie dasselbe wie CO₂?

Nein. Primärenergie bewertet Energieaufwand, ein Emissionsfaktor dagegen Treibhausgasemissionen.

Was ergibt Netzstromfaktor 1,8 bei JAZ 3?

Vereinfacht 1,8 ÷ 3 = 0,6 Einheiten nicht erneuerbare Primärenergie je Einheit abgegebener Wärme.

Wo finde ich den Faktor eines Wärmenetzes?

Beim Versorger. Für einen Nachweis sind die Veröffentlichung, Methode und gesetzlichen Anwendungsvoraussetzungen zu prüfen.

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