Energie-Glossar · E

Entry-Exit-System

Stand: Lesezeit ca. 2 Min.Verantwortlicher Fachprüfer: Jona LangenwalderQuellenabgleich mit KI-Unterstützung

Definition

Das Entry-Exit-System organisiert den Gasnetzzugang über getrennte Ein- und Ausspeisepunkte. Transportkunden buchen die jeweils erforderlichen Kapazitäten, ohne einen durchgehenden physischen Leitungsweg reservieren zu müssen.

Belegt durch:bundesnetzagentur.de 1prisma-capacity.eu 2

Entry-Exit-System: Ein- vs. Ausspeisung

Entry (Einspeisung)

BeispieleGrenzübergänge, LNG-Terminals
WeitereSpeicher, Biogasanlagen

Exit (Ausspeisung)

BeispieleHaushalte, Gewerbe, Industrie
WeitereKraftwerke, Speicher
Entry-Exit-System: Ein- vs. Ausspeisung: Entry (Einspeisung): Beispiele Grenzübergänge, LNG-Terminals, Weitere Speicher, Biogasanlagen; Exit (Ausspeisung)…[1]

Die wichtigsten Informationen zu Entry-Exit-System

  • Entry: Gas gelangt in das Netz; Exit: Gas verlässt es.
  • Transportkapazität und Kauf der Gasmenge sind verschiedene Geschäfte.
  • Kapazitätsprodukt und Nutzungsbedingungen bestimmen die Zuordnungsmöglichkeiten.
  • Der Virtuelle Handelspunkt ist eine bilanzielle Handelsstelle.

Was wird gebucht?

Eine Kapazität beschreibt ein Transportrecht am jeweiligen Punkt. Ein Entry kann beispielsweise an einem Grenzübergang, einer Einspeiseanlage oder einem Speicher liegen; Exits führen zu anderen Netzen, Speichern oder Verbrauchern. Ein eigener vertraglicher Pfad durch jedes dazwischenliegende Leitungsstück ist nicht erforderlich.

Ist jede Kombination uneingeschränkt möglich?

Nein. Feste und unterbrechbare Produkte sowie mögliche Zuordnungs- oder Nutzungsbedingungen unterscheiden sich. Auch das Entry-Exit-Modell beseitigt keine physischen Engpässe. Vor einer Buchung sind Kapazitätsverfügbarkeit, Laufzeit und Produktbedingungen zu prüfen. „Jeder Entry passt jederzeit zu jedem Exit“ wäre zu weitgehend.

Wie hängt das mit dem Handel zusammen?

Am Virtuellen Handelspunkt können Gasmengen bilanziell zwischen Marktteilnehmern übertragen werden. Das ist keine physische Übergabestelle und keine Kapazitätsbuchung. Für den tatsächlichen Transport müssen die erforderlichen Verträge, Bilanzkreiszuordnungen und Kapazitäten vorhanden sein. In Deutschland ist das Gasmarktgebiet seit Oktober 2021 bei Trading Hub Europe zusammengeführt.

Was bedeutet das für Endkunden?

Lieferanten benötigen keine eigenen Leitungen. Bei üblichen Verteilernetzkunden läuft der Netzzugang über die entsprechenden Lieferanten- und Netzprozesse; der Haushalt bucht nicht selbst eine Grenzkapazität. PRISMA ist eine wichtige Plattform für Transport- und Speicherkapazitäten, aber nicht gleichbedeutend mit allen europäischen Buchungssystemen. Kosten und Risiken der Beschaffung können sich im Lieferangebot niederschlagen.

Quellen & Verweise

  1. Bundesnetzagentur — Gasnetzzugang und Kooperationsvereinbarung. bundesnetzagentur.de · Abruf
  2. PRISMA European Capacity Platform — Kapazitätsplattform PRISMA. prisma-capacity.eu · Abruf

Häufige Fragen zu Entry-Exit-System

Kaufe ich mit Kapazität schon Gas?

Nein. Kapazität betrifft die Transportmöglichkeit; die Gasmenge wird gesondert beschafft.

Garantiert eine unterbrechbare Kapazität jederzeit Transport?

Nein. Es gelten die vertraglichen Unterbrechungsbedingungen.

Muss ein Haushalt selbst Entry und Exit buchen?

Üblicherweise organisiert der Lieferant den Netzzugang über die vorgesehenen Marktprozesse.

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