Blindleistungsmanagement
Blindleistungsmanagement umfasst alle Maßnahmen zur Steuerung des Blindleistungsflusses im Netz zur Spannungshaltung und Verlustminimierung. Blindleistung entsteht durch induktive oder kapazitive Lasten und verursacht keine direkte Arbeit, belastet aber Leitungen und Transformatoren. Netzbetreiber vergüten oder belasten Blindleistungsbezug.
Grundprinzipien
Blindleistung Q und Wirkleistung P zusammen ergeben die Scheinleistung S (S² = P² + Q²). Der Leistungsfaktor (cos φ) gibt das Verhältnis an. Netzbetreiber fordern typischerweise cos φ ≥ 0,9. Kondensatoren und Blindleistungskompensationsanlagen erzeugen kapazitive Blindleistung zum Ausgleich induktiver Lasten.
Anwendung in der Praxis
Industrielle Abnehmer mit großen Elektromotoren haben hohe induktive Blindleistung. Eine Blindleistungskompensationsanlage (BKA) direkt beim Verbraucher reduziert den Bezug aus dem Netz und senkt Netzkosten. Wechselrichter moderner PV- und Windanlagen können Blindleistung dynamisch bereitstellen.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Falsch dimensioniertes Blindleistungsmanagement verursacht unnötige Netzkosten und Verluste. Intelligentes Blindleistungsmanagement ist Bestandteil von Smart-Grid-Konzepten und Voraussetzung für die effiziente Integration erneuerbarer Energien.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Netzanschlussoptimierung, Energieeffizienz und Kostensenkung bei Netzentgelten
