Scheinleistung
Die geometrische Summe aus Wirkleistung (P) und Blindleistung (Q), gemessen in Volt-Ampere (VA) oder Kilovolt-Ampere (kVA). Die Scheinleistung gibt die tatsächliche elektrische Belastung von Leitungen, Transformatoren und Generatoren an. Das Verhältnis von Wirkleistung zu Scheinleistung ist der Leistungsfaktor cos φ.
Grundprinzipien
S² = P² + Q² (Pythagorassatz des Leistungsdreiecks). Ein cos φ von 1 bedeutet: keine Blindleistung, volle Wirkleistung. Ein cos φ von 0,7 bedeutet: nur 70 % der übertragenen Leistung wird als Nutzarbeit verwendet. Transformatoren und Leitungen werden nach Scheinleistung dimensioniert.
Anwendung in der Praxis
USV-Anlagen, Generatoren und Transformatoren werden in kVA angegeben. Bei der Auslegung von Netzanschlüssen und Kabelquerschnitten ist die Scheinleistung maßgeblich. Im Energieaudit wird der Leistungsfaktor gemessen und ggf. Kompensation empfohlen.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Scheinleistung bestimmt die technische Auslegung aller Betriebsmittel im Netz. Eine Verbesserung des Leistungsfaktors durch Blindleistungskompensation senkt die Netzkosten und erhöht die übertragbare Netzkapazität.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Netzanschlussberechnung und Energieaudit. Wir ermitteln Schein-, Wirk- und Blindleistungsanteile Ihrer Anlage.
