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Netzrückwirkungen

Netzrückwirkungen sind elektrische Störgrößen, die von Betriebsmitteln und Anlagen ins Netz eingebracht werden und andere Verbraucher oder die Netzqualität beeinträchtigen. Typische Formen sind Oberschwingungen, Spannungseinbrüche, Flickern und Spannungsunsymmetrie. Grenzwerte werden durch die EN 50160 und IEC 61000 geregelt.

Grundprinzipien

Netzrückwirkungen entstehen durch nichtlineare Lasten (Frequenzumrichter, Gleichrichter, LED-Netzteile) oder schnell schaltende Verbraucher. Sie überlagern die sinusförmige Netzspannung und können Fehlfunktionen, Überhitzungen und Messfehler verursachen. Messungen nach EN 61000-4-30 quantifizieren die Störgrößen.

Anwendung in der Praxis

Industrieunternehmen mit großen Frequenzumrichtern oder Lichtbogenöfen müssen Netzrückwirkungen messen und ggf. durch Filter oder Reaktoren begrenzen. Netzbetreiber können bei Überschreitung von Grenzwerten Maßnahmen fordern. Bei Anschlussplanung sind Rückwirkungsberechnungen Teil des Netzantragsverfahrens.

Energiewirtschaftliche Bedeutung

Zunehmende Leistungselektronik in Verbrauchern und Erzeugern (Wechselrichter, Ladeinfrastruktur) erhöht das Potenzial für Netzrückwirkungen. Energiequalitätsmanagement gewinnt damit an Bedeutung für Anlagenbetreiber und Netzbetreiber.

Einordnung im Prozess

Relevant bei Netzanschluss, Betriebssicherheit und Energiequalitätsmanagement

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