Nationaler Emissionshandel (nEHS)
Der nationale Emissionshandel (nEHS) ist das deutsche System zur Bepreisung von CO₂-Emissionen aus den Sektoren Wärme und Verkehr, die nicht unter das EU-ETS fallen. Er wurde 2021 mit dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) eingeführt. Anfangs als Festpreissystem, soll er ab 2027 in das EU-ETS2 überführt werden.
Grundprinzipien
Brennstoffhändler, die fossile Brennstoffe (Heizöl, Erdgas, Benzin, Diesel) in Verkehr bringen, müssen nationale Emissionszertifikate (nEHZ) kaufen. Der Preis war zunächst fixiert (2021: 25 €/t CO₂, 2024: 45 €/t CO₂) und soll schrittweise marktwirtschaftlich werden. Die Kosten werden auf Verbraucher weitergegeben.
Anwendung in der Praxis
Gasversorger müssen beim Inverkehrbringen von Erdgas nEHZ kaufen und die Kosten im Gaspreis weitergeben. Kunden erkennen den CO₂-Preis auf ihrer Gasrechnung als separaten Kostenbestandteil. Unternehmen mit eigenen Gasbrennern unterliegen indirekt über den Gaspreis dem nEHS.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Der nEHS hat direkten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen (günstiger Strom) vs. Gasheizungen (CO₂-Aufschlag). Mit steigendem CO₂-Preis beschleunigt sich die Wärmepumpen-Adoption und die energetische Sanierung.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Energiekosten-Controlling, Heizkostenabrechnung und Dekarbonisierungsstrategie
