Engpassmanagement
Engpassmanagement bezeichnet alle Maßnahmen, die Übertragungsnetzbetreiber ergreifen, um Überlastungen von Leitungen und Transformatoren zu verhindern oder zu beseitigen. Die wichtigsten Instrumente sind Redispatch, Countertrading und Netztopologieänderungen. Mit zunehmendem erneuerbaren Ausbau steigen die Engpassmanagementkosten erheblich.
Grundprinzipien
Engpässe entstehen, wenn Lastflüsse die thermische Belastbarkeit von Leitungen übersteigen. Physikalische Gesetze (Kirchhoffsche Regeln) bestimmen, wie Strom fließt – unabhängig von Handelspfaden. Der ÜNB muss in solchen Situationen aktiv eingreifen und Einspeisungen oder Entnahmen korrigieren.
Anwendung in der Praxis
Im <a href="https://enva.online/glossar/redispatch-2-0/" title="Redispatch 2.0″>Redispatch 2.0 (seit Oktober 2021) werden auch dezentrale Erneuerbare-Anlagen ab 100 kW zur Engpassbehebung herangezogen. Die Kosten werden über die Netzentgelte auf alle Verbraucher umgelegt. Engpassmanagementkosten in Deutschland beliefen sich 2022 auf über 3 Mrd. €.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Engpassmanagement ist eine direkte Folge des ungleichmäßigen Windstromausbaus in Norddeutschland bei gleichzeitig unzureichendem Netzausbau. Es ist Treiber der Diskussion über Netzausbaubeschleunigung und regionale Preiszonen.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Einspeisemanagement, Direktvermarktung und Anlagenbetrieb
