Glossar › E › Emissionsfaktor
E

Emissionsfaktor

Der Emissionsfaktor gibt die CO₂-Emissionen pro verbrauchter Energieeinheit eines Energieträgers an – typischerweise in g CO₂-eq/kWh. Er ist Grundlage für CO₂-Bilanzen, Klimaberichte (GHG-Protokoll, CSRD) und Förderprogramme. Strom hat einen spezifischen Emissionsfaktor, der mit dem EE-Anteil im Mix sinkt.

Grundprinzipien

Scope-1-Emissionen: direkte Verbrennung (z. B. Erdgas: 201 g CO₂/kWh); Scope-2-Emissionen: bezogener Strom (variabler Netzfaktor oder marktbasiert durch EAC/Herkunftsnachweise). Der bundesweite Strommix-Emissionsfaktor (UBA): ca. 380–420 g CO₂/kWh (2023). Für grünen Strom: 0 g CO₂/kWh bei zertifiziertem Bezug.

Anwendung in der Praxis

Im Energieaudit nach DIN EN 16247 werden Emissionsfaktoren für alle Energieträger erhoben und zur CO₂-Bilanz summiert. ISO-50001-Systemgrenzen definieren, welche Energieträger einzubeziehen sind. CSRD-Berichterstattung erfordert vollständige Scope-1-, -2- und -3-Emissionsbilanzen.

Energiewirtschaftliche Bedeutung

Emissionsfaktoren sind Brücke zwischen Energieverbrauch und Klimawirkung. Sinkende Strommix-Emissionsfaktoren durch EE-Ausbau verbessern die CO₂-Bilanz elektrischer Anwendungen (Wärmepumpen, E-Mobilität) automatisch.

Einordnung im Prozess

Relevant bei Klimabilanzierung, CSRD-Reporting und Nachhaltigkeitsstrategie

← Zum Glossar