Redispatch
Eingriff des Netzbetreibers in den Kraftwerkseinsatz zur Beseitigung von Netzengpässen: Kraftwerke auf der überlasteten Seite des Engpasses werden gedrosselt, auf der anderen Seite hochgefahren. Seit Redispatch 2.0 (2021) sind auch EE-Anlagen ab 100 kW einbezogen. Die Kosten trägt der Netzbetreiber und finanziert sie über Netzentgelte.
Grundprinzipien
Physikalische Stromflüsse folgen dem Kirchhoffschen Gesetz – sie verteilen sich unabhängig vom Handelsfahrplan auf die Leitungen. Entsteht eine Überlastung, muss der ÜNB/VNB aktiv eingreifen und Erzeugungskapazitäten verlagern.
Anwendung in der Praxis
Redispatch kostet Deutschland jährlich über 1 Mrd. € (2023: ca. 2,4 Mrd. €). EE-Anlagenbetreiber erhalten seit Redispatch 2.0 Entschädigungen für abgeregelte Energie (Ausfallarbeit). Für die Umsetzung müssen Anlagen technisch steuerbar sein und Stammdaten bei den ÜNB gemeldet haben.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Redispatch ist ein Indikator für Engpässe im Netz. Die explodierenden Kosten zeigen, dass der Netzausbau mit dem EE-Ausbau nicht Schritt hält. Marktpreise widerspiegeln diese Engpässe nicht – ein strukturelles Problem der deutschen Energiewende.
Einordnung im Prozess
Wir melden EE-Anlagen korrekt beim ÜNB an und stellen sicher, dass Entschädigungen für Abregelungsereignisse korrekt abgerechnet werden.
