LNG
Liquefied Natural Gas (Flüssigerdgas): Erdgas, das durch starke Abkühlung auf -162 °C verflüssigt und damit auf 1/600 seines ursprünglichen Volumens komprimiert wird. LNG ermöglicht den Transport per Schiff in Regionen ohne Pipelineanschluss und ist ein strategisches Instrument zur Diversifizierung der Gasversorgung. Nach der Anlandung in Terminals wird es wieder vergast und ins Gasnetz eingespeist.
Grundprinzipien
Erdgas wird in Verflüssigungsanlagen auf -162 °C gekühlt, bis es flüssig wird. Der Energieinhalt bleibt erhalten, das Volumen schrumpft drastisch. LNG-Tanker transportieren bis zu 130.000 m³ LNG = ca. 80 Mio. m³_N Erdgas. Regasifizierungsterminals wandeln es zurück in Gas.
Anwendung in der Praxis
Deutschland hat nach 2022 schnell schwimmende Regasifizierungseinheiten (FSRU) gebaut, um LNG-Importe zu ermöglichen. Hauptlieferländer: USA, Katar, Norwegen. LNG-Terminals befinden sich in Brunsbüttel, Wilhelmshaven und anderen Standorten.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
LNG hat seit 2022 die russische Pipelinegas-Abhängigkeit Deutschlands erheblich reduziert und ist zu einem Schlüsselelement der europäischen Versorgungssicherheit geworden. Es ist teurer als Pipeline-Gas, bietet aber Lieferflexibilität.
Einordnung im Prozess
Bei der Beschaffungsberatung analysieren wir den Einfluss des LNG-Markts auf die Gaspreisentwicklung und berücksichtigen dies in der Preisprognose.
