Bilanzkreis
Virtuelles Konto im deutschen Strommarkt, auf dem Ein- und Ausspeisungen eines Marktakteurs (Bilanzkreisverantwortlicher) saldiert werden. Jeder Lieferant ist einem Bilanzkreis zugeordnet; Über- oder Unterdeckungen werden als Ausgleichsenergie abgerechnet. Das Bilanzkreissystem ist das Herzstück der deutschen Strommengenbilanzierung.
Grundprinzipien
Jede Einspeisung und Entnahme im Netz wird einem Bilanzkreis zugeordnet. Der Bilanzkreisverantwortliche (BKV) meldet Fahrpläne an den ÜNB und ist verantwortlich, dass Ein- und Ausspeisung im Gleichgewicht bleiben. Abweichungen werden als Ausgleichsenergie bewertet.
Anwendung in der Praxis
Energielieferanten führen Bilanzkreise, in die alle Kundenspeisungen eingerechnet werden. RLM-Kunden werden mit 15-Minuten-Lastgangdaten im Bilanzkreis geführt; SLP-Kunden mit synthetischen Profilen. Bei Lieferantenwechsel wechselt der Kunde den Bilanzkreis.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Das Bilanzkreissystem sorgt für eine klare Zuordnung von Energiemengen und schafft finanzielle Anreize für Fahrplantreue. Es ist die Grundlage des wettbewerblichen Strommarkts in Deutschland.
Einordnung im Prozess
Wir übernehmen die Bilanzkreisführung und Fahrplanmeldungen für Kunden und EE-Anlagenbetreiber.
