Energieversorgungsunternehmen (EVU)
Ein Energieversorgungsunternehmen (EVU) ist ein Unternehmen, das Energie (Strom, Gas, Wärme) erzeugt, transportiert oder an Endkunden vertreibt. In Deutschland gibt es ca. 1.500 EVUs unterschiedlicher Größe – von kommunalen Stadtwerken bis zu den großen Verbundunternehmen (E.ON, RWE, EnBW, Vattenfall/Veolia). Sie unterliegen EnWG-Regulierung.
Grundprinzipien
EVUs können in ihrer Wertschöpfung vertikal integriert (Erzeugung + Netz + Vertrieb) oder entbündelt aufgestellt sein. Das Unbundling (Entflechtung von Netz und Vertrieb) ist seit dem Zweiten Energiebinnenmarktpaket (2003) EU-rechtliche Anforderung. Kleinere EVUs (Stadtwerke) sind oft kommunal oder genossenschaftlich organisiert.
Anwendung in der Praxis
Kunden wählen ihren Energielieferanten frei aus einer Vielzahl von EVUs. EVUs unterliegen Bilanzierungspflichten, Versorgungspflichten (Grundversorger) und regulatorischen Berichtspflichten gegenüber BNetzA und Behörden.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
EVUs befinden sich im Transformationsprozess: Rückgang fossiler Erzeugung, Aufbau erneuerbarer Kapazitäten, Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle (Aggregatoren, Energiedienstleistungen). Stadtwerke sind häufig Motor lokaler Energiewende.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Lieferantenauswahl, Vertragsprüfung und strategischer Energiepartnerwahl
