Volllaststunden
Volllaststunden sind die fiktive Anzahl Stunden, die eine Anlage bei Nennleistung laufen müsste, um die tatsächlich erzeugte Jahresenergiemenge zu produzieren. Sie sind zentrales Maß für die Auslastung einer Erzeugungsanlage. Onshore-Wind: ca. 1.800–2.500 h/Jahr; PV: ca. 900–1.100 h/Jahr; Braunkohle: ca. 6.000–7.000 h/Jahr.
Grundprinzipien
Volllaststunden = Jahresenergieertrag (kWh) / Nennleistung (kW). Ein Windpark mit 10 MW Nennleistung und 25.000 MWh Jahresertrag hat 2.500 Volllaststunden. Sie sind Planungsgröße für Wirtschaftlichkeitsberechnungen (LCOE) und Netzplanung.
Anwendung in der Praxis
Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung einer PV-Anlage mit 100 kWp an einem Standort mit 1.000 kWh/kWp Ertrag produziert die Anlage 100 MWh/Jahr bei 1.000 Volllaststunden. Offshore-Windanlagen erreichen mit 4.000–5.000 Volllaststunden deutlich höhere Werte als Onshore.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Volllaststunden sind Schlüsselgröße für LCOE, Renditeberechnungen und die Bewertung von Standorten für Erzeugungsanlagen. Mit steigenden Anteilen fluktuierender EE sinkt der durchschnittliche Kapazitätsfaktor des gesamten Systems.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Wirtschaftlichkeitsberechnung, Investitionsentscheidung und Anlagenperformancebewertung
