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Wärmenetz 4.0

Wärmenetz 4.0 bezeichnet die nächste Generation von Fernwärmenetzen, die bei niedrigen Vor- und Rücklauftemperaturen (< 70 °C Vorlauf) betrieben werden und vielfältige erneuerbare Quellen integrieren können. Niedrigtemperaturnetze ermöglichen die direkte Nutzung von Umgebungswärme, Industrieabwärme, Solarthermie und Wärmepumpen ohne aufwendige Temperaturstufen.

Grundprinzipien

Klassische Fernwärmenetze (1. bis 3. Generation) arbeiten mit hohen Vorlauftemperaturen (80–120 °C) für Dampf oder Heißwasser. Niedrigtemperaturnetze der 4. Generation reduzieren Netzwärmeverluste erheblich und erschließen neue Wärmequellen. Bidirektionale Wärmenetze ermöglichen sogar Einspeisung von dezentralen Verbrauchern.

Anwendung in der Praxis

Ein Stadtwerk baut ein Wärmenetz 4.0, das Abwärme aus einem Rechenzentrum, Solarthermie und eine Großwärmepumpe kombiniert. Kunden benötigen entsprechend ausgelegte Heizungsanlagen (Niedertemperaturheizkörper oder Flächenheizung). Förderprogramme (BEW – Bundesförderung für effiziente Wärmenetze) unterstützen den Umbau.

Energiewirtschaftliche Bedeutung

Wärmenetze 4.0 sind Schlüsseltechnologie für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in dicht besiedelten Gebieten. Sie integrieren vielfältige EE-Wärmequellen und können flexibel auf Stromangebots- und Preissignale reagieren.

Einordnung im Prozess

Relevant bei Fernwärmeplanung, Dekarbonisierungsstrategie und BEW-Förderantragstellung

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