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Residuallastgang

Der Residuallastgang ist die zeitliche Verlaufskurve der Residuallast – typischerweise im Viertelstunden-Raster über einen Tag, eine Woche oder ein Jahr. Er zeigt, wann steuerbare Kraftwerke benötigt werden und wie stark die Schwankungen sind. Er ist Grundlage für die Einsatzplanung konventioneller und flexibler Kraftwerke.

Grundprinzipien

Der Residuallastgang variiert stark je nach Jahreszeit, Wetterlage und Wochentag. Typische Charakteristika: hohe Residuallast im Winter (wenig PV, viel Last), niedrige oder negative Residuallast an Sommerwochenenden (viel PV, wenig Industrie). Extremereignisse wie Dunkelflauten oder Starkwindtage prägen den Verlauf.

Anwendung in der Praxis

Netzbetreiber publizieren historische Residuallastgänge (über ENTSO-E Transparency Platform). Kraftwerksbetreiber optimieren ihren Einsatz auf Basis von Residuallastprognosen. Investitionsentscheidungen für Flexibilitätsanlagen basieren auf Residuallasthäufigkeitsverteilungen.

Energiewirtschaftliche Bedeutung

Der Residuallastgang zeigt den Bedarf an steuerbarer Kapazität und Flexibilität. Zunehmend negative Residuallastspitzen unterstreichen den Bedarf an Speichern, sektoraler Kopplung und Lastmanagement.

Einordnung im Prozess

Relevant bei Kraftwerks- und Speicherplanung, Portfoliooptimierung und Systemstabilitätsanalyse

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