Primärenergiefaktor
Der Primärenergiefaktor gibt an, wie viel Primärenergie (inkl. vorgelagerter Erzeugung und Transport) pro Einheit Endenergie eines Energieträgers benötigt wird. Er bewertet den nicht-erneuerbaren Anteil und ist Berechnungsgrundlage für den Primärenergiebedarf von Gebäuden nach GEG. Strom hat einen höheren Primärenergiefaktor als Gas, wenn er fossil erzeugt wird.
Grundprinzipien
Primärenergiefaktor für Strom: 1,8 (GEG 2023, nicht-erneuerbar); für Gas: 1,1; für Wärme aus KWK: je nach Erzeuger. Für Ökostrom mit Nachweis kann ein reduzierter Faktor angesetzt werden. Je niedriger der Faktor, desto klimafreundlicher der Energieträger.
Anwendung in der Praxis
Ein Gebäude, das von Gas auf Wärmepumpe umstellt, verbessert seinen Primärenergiebedarf erheblich, auch wenn der Endenergieverbrauch ähnlich bleibt – weil der Primärenergiefaktor für Strom mit wachsendem EE-Anteil sinkt. GEG-Nachweise und KfW-Förderanträge erfordern korrekte Primärenergiefaktoren.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Primärenergiefaktoren sind politisches Steuerungsinstrument: Sie machen Wärmepumpen im Gebäudebereich attraktiver als Gasheizungen und beschleunigen die Elektrifizierung des Wärmesektors.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Gebäudeplanung, Energieausweis und Technologieauswahl für Heizsysteme
