Power-to-Liquid
Power-to-Liquid (PtL) bezeichnet die Herstellung flüssiger synthetischer Kraftstoffe (E-Fuels) aus grünem Wasserstoff und CO₂. Die Produkte sind synthetisches Kerosin (SAF – Sustainable Aviation Fuel), E-Benzin, E-Diesel oder E-Methanol. PtL-Kraftstoffe ermöglichen die Dekarbonisierung des Luftverkehrs und der Seeschifffahrt.
Grundprinzipien
Der Prozess kombiniert Elektrolyse (H₂ aus Strom) mit CO₂-Abscheidung (aus Luft oder Industrieabgasen, DAC oder CCS) und Fischer-Tropsch-Synthese. Die Wirkungsgrade sind niedrig (ca. 40–50 % von Strom zu Kraftstoff). Hohe Kosten (> 2 €/Liter heute) erfordern politische Unterstützung.
Anwendung in der Praxis
Fluggesellschaften müssen ab 2025 (EU-Regulierung ReFuelEU) wachsende Anteile SAF einsetzen. Raffinerien und Chemieunternehmen erforschen PtL-Produktionspfade. Standorte mit günstiger EE-Stromerzeugung (Patagonien, MENA-Region) eignen sich für großskalige PtL-Produktion.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
PtL ist für die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs unverzichtbar, da direkte Elektrifizierung nicht überall möglich ist. Die Produktion ist kapital- und stromintensiv und erfordert langfristige PPA-Strukturen und internationale Lieferketten.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Fuhrparkdekarbonisierung, Klimastrategie und Versorgungssicherheit
