Leistungspreis
Preisbestandteil bei Gewerbe- und Industriekunden, der auf die maximale bezogene Leistung (Jahreshöchstlast in kW) abgestellt ist – unabhängig davon, wie lange diese Leistung tatsächlich abgerufen wird. Er entsteht, weil das Netz für die Spitzenlast ausgelegt werden muss. Neben dem Arbeitspreis ist er für Großkunden oft der bedeutendere Kostenfaktor.
Grundprinzipien
Das Stromnetz muss jederzeit in der Lage sein, die maximale angeforderte Leistung bereitzustellen. Diese Kapazitätsvorhaltung verursacht Fixkosten, die über den Leistungspreis auf die Netznutzer umgelegt werden. Typisch: Ein Monat mit einer einzigen Lastspitze kann die Jahreskosten maßgeblich erhöhen.
Anwendung in der Praxis
Bei RLM-Kunden wird die Jahreshöchstlast (meist der höchste 15-Minuten-Mittelwert des Jahres) als Abrechnungsgrundlage verwendet. Ein Kunde mit 500 kW Jahreshöchstlast und einem Leistungspreis von 100 €/kW/Jahr zahlt 50.000 €/Jahr allein für den Leistungsanteil.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Leistungspreise setzen wichtige Anreize zur Lastspitzenreduktion (Peak Shaving). Sie sind Treiber für Batteriespeicher, Energiemanagementsysteme und flexible Prozessgestaltung in der Industrie.
Einordnung im Prozess
Auswertung bei RLM-Kunden: Wir analysieren den Lastgang auf Spitzenlastereignisse und entwickeln Peak-Shaving-Strategien.
