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Grundlastkraftwerk

Ein Grundlastkraftwerk ist eine Erzeugungsanlage, die kontinuierlich mit hoher Auslastung betrieben wird und die konstante Basislast des Stromsystems deckt. Typische Grundlastkraftwerke sind Kernkraft, Braunkohle und Laufwasser. Sie zeichnen sich durch niedrige variable Kosten, aber hohe Fixkosten und geringe Flexibilität aus.

Grundprinzipien

Grundlastkraftwerke haben Volllaststunden von 6.000–8.000 h/Jahr. Ihr Einsatz beginnt in der Merit Order ganz unten (günstigste Erzeugungskosten). Geringe Flexibilität bedeutet langsame Anfahrzeiten und hohe Mindestlast; sie eignen sich nicht für Spitzenlastdeckung.

Anwendung in der Praxis

Mit dem Atomausstieg (April 2023) und dem Kohleausstieg (bis 2038) verliert Deutschland klassische Grundlastkraftwerke. Ersatz durch offshore Wind (hohe Auslastung) und zukünftig Geothermie und Wasserstoffkraftwerke ist politisches Ziel.

Energiewirtschaftliche Bedeutung

Der Rückgang von Grundlastkraftwerken verändert das Stromsystem fundamental. Mehr Flexibilität (Speicher, Demand Response) und europäische Vernetzung sind notwendige Substitute.

Einordnung im Prozess

Relevant bei Beschaffungsstrategie, Kraftwerksplanung und Versorgungssicherheitsanalyse

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