Brennwerttechnik
Heiztechnologie, bei der die im Abgas enthaltene Kondensationswärme des Wasserdampfs zusätzlich zur Verbrennungswärme genutzt wird. Brennwertgeräte erreichen Wirkungsgrade von über 100 % (bezogen auf den Heizwert) und sind gegenüber älteren Niedertemperaturheizungen signifikant effizienter. Sie sind seit 2013 für Neuinstallationen in Deutschland Standard.
Grundprinzipien
Im Brennwertgerät kühlt ein zweiter Wärmetauscher das Abgas so weit ab, dass der Wasserdampf kondensiert und seine Kondensationswärme (~2 MJ/kg Wasser) an das Heizsystem abgibt. Das Kondensat (~1–2 Liter/Stunde) muss abgeführt werden.
Anwendung in der Praxis
Brennwertheizungen arbeiten am effizientesten mit niedrigen Rücklauftemperaturen (< 57 °C), was sie besonders gut mit Flächenheizungen (Fußbodenheizung) kombinierbar macht. Bei hohen Vorlauftemperaturen (alte Heizkörper) sinkt der Vorteil gegenüber Niedertemperaturtechnik.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Durch die Nutzung der Kondensationswärme wird der Gasverbrauch um bis zu 15 % gegenüber alten Heizkesseln reduziert. Die Brennwerttechnik ist eine Schlüsseltechnologie für die Effizienzsteigerung im Gebäudebereich.
Einordnung im Prozess
Im Sanierungsberatungsprozess prüfen wir den Ist-Zustand der Heizanlage und berechnen die Amortisationszeit eines Umstiegs auf Brennwert– oder Wärmepumpentechnik.
