Blindleistung
Elektrische Leistung in Wechselstromnetzen, die durch Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung entsteht und keine nutzbare Arbeit verrichtet. Blindleistung belastet dennoch Leitungen und Transformatoren und kann zu Spannungsproblemen führen. Sie entsteht insbesondere bei induktiven Lasten wie Elektromotoren und Transformatoren.
Grundprinzipien
In einem idealen ohmschen Netz gibt es keine Blindleistung. Induktive Lasten (Motoren) erzeugen induktive Blindleistung (Q > 0), kapazitive Lasten (Kondensatoren, Kabel) kapazitive Blindleistung (Q < 0). Beide belasten das Netz, ohne Nutzarbeit zu leisten.
Anwendung in der Praxis
Netzbetreiber können bei Industriekunden Blindleistungsgebühren berechnen, wenn der Leistungsfaktor cos φ unter 0,9 fällt. Abhilfe schaffen Kompensationsanlagen (Kondensatorbatterien), die Blindleistung lokal erzeugen und den Bedarf im Netz kompensieren.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Unkompensierte Blindleistung erhöht die Netzbelastung und die Leitungsverluste, ohne dem Kunden Nutzenergie zu liefern. Blindleistungskompensation ist daher ein wichtiges Effizienz- und Kostenthema für Industriebetriebe.
Einordnung im Prozess
Im Energieaudit analysieren wir den Blindleistungsanteil und empfehlen geeignete Kompensationsmaßnahmen.
