Lastprofil
Standardisierter typischer Verlauf des Energieverbrauchs über Tages-, Wochen- und Jahreszyklen, der für Kunden ohne Lastgangmessung (SLP-Kunden) verwendet wird. Lastprofile werden von den Netzbetreibern und Branchenverbänden definiert und in Kategorien wie H0 (Haushalt) oder G0 (Gewerbe) eingeteilt. Sie ersetzen die fehlende Messtechnik durch statistische Näherungswerte.
Grundprinzipien
Da Haushaltskunden keinen Lastgang haben, wird ihr Verbrauch auf ein statistisch ermitteltes Standardprofil projiziert, das für typische Kundengruppen (H0, G0, L0) gilt. Die Profiles werden saisonal und nach Wochentag differenziert und regelmäßig aktualisiert.
Anwendung in der Praxis
Ein Haushalt mit H0-Profil gilt z. B. als besonders morgens und abends aktiv. Energieversorger beschaffen Strom auf Basis der aggregierten Lastprofile ihrer SLP-Kundschaft. Die Differenz zwischen Lastprofil und tatsächlichem Verbrauch wird über Mehr-/Mindermengen ausgeglichen.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Standardlastprofile ermöglichen die Energieversorgung von Millionen kleiner Verbraucher ohne individuelle Messung. Sie sind essenziell für das Bilanzierungssystem des deutschen Strommarkts.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Lieferantenauswahl und Bilanzierung. Wir prüfen die korrekte SLP-Zuweisung und die Plausibilität von Mehr-/Mindermengenabrechnungen.
