Lastfaktor
Der Lastfaktor (auch Auslastungsgrad) ist das Verhältnis des mittleren Leistungsbedarfs einer Anlage oder eines Netzes zur Spitzenleistung. Ein hoher Lastfaktor bedeutet gleichmäßige Auslastung; ein niedriger Lastfaktor bedeutet große Schwankungen zwischen Spitzen- und Grundlast. Er beeinflusst die Wirtschaftlichkeit von Kraftwerken und Netzanschlüssen.
Grundprinzipien
Lastfaktor = mittlere Leistung / Spitzenleistung. Bei einem Haushalt mit 4 kW Spitzenlast und 1 kW Durchschnittslast beträgt der Lastfaktor 25 %. Industriebetriebe mit gleichmäßiger Produktion haben höhere Lastfaktoren (50–80 %). Hohe Lastfaktoren senken die spezifischen Netzanschlusskosten.
Anwendung in der Praxis
Netzbetreiber nutzen Lastfaktoren zur Dimensionierung von Netzanschlüssen. Ein Industriekunde mit hohem Lastfaktor zahlt pro kWh niedrigere Netzentgelte als ein Gewerbekunde mit starken Lastspitzen, da er die Netzkapazität effizienter nutzt. Lastglättungsmaßnahmen verbessern den Lastfaktor.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Lastfaktor ist wichtige Kenngröße für Netzplanung, Netzentgeltkalkulation und Anlagenwirtschaftlichkeit. Demand-Response-Programme und Speicher können Lastfaktoren verbessern und Netzkosten senken.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Netzentgeltoptimierung, Anlagenplanung und Demand-Response-Konzepten
